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5 Fragen an die Memphis-Legende Willie Gregory

Willie Gregory, Nike Senior Director, Community Relations,  smiles while sitting inside the National Civil Rights Museum.Willie Gregory, Nike Senior Director, Community Relations,  smiles while sitting inside the National Civil Rights Museum.
  • 28.10.2026
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Von saftigen Schweinerippchen und frittiertem Wels bis hin zu mitreißendem, rhythmischem Rock 'n' Roll und dem unverwechselbaren Blues: Memphis hat die amerikanische Kultur und den Erfindungsreichtum entscheidend mitgeprägt.

Aber es gibt auch eine Kehrseite, denn die Stadt ist auch bekannt für ein verheerendes Ende. Nur wenige Blocks von der geschäftigen Beale Street entfernt wurde Amerikas größter Träumer durch eine Kugel zum Schweigen gebracht. Es war ein Pfarrer aus den Südstaaten, dessen Worte die ganze Welt bewegten.

Nike Senior Director für Community Relations Willie Gregory war an diesem schicksalhaften Abend noch ein Teenager und lebte in Memphis. Was damals geschah, veränderte ihn nicht nur, sondern entfachte etwas in ihm.

Fast 60 Jahre sind mittlerweile seit dem Attentat auf Dr. Martin Luther King Jr. vergangen. Er starb auf dem Balkon eines Motels in der Nähe von Gregorys ehemaligem Wohnviertel. Seit dem hat sich Gregory noch tiefer mit der Stadt verwurzelt und sich das Ziel gesetzt, die Geschichte seiner Stadt neu zu schreiben.

Seit über 30 Jahren arbeitet er von Memphis aus für Nike. Gemeinsam mit anderen setzt er sich dafür ein, neue Arbeits- und Bildungschancen zu schaffen und genau damit hat er sich einen Namen gemacht als inoffizieller Bürgermeister von Memphis. Ob als Mitglied von Kuratorien für städtische Museen, der örtlichen Handelskammer oder bei der Integration des Universitätssports der University of Memphis in die Nike Familie – sein Beitrag war enorm.

Memphis ist so lebendig, sagt Gregory. Er legt großen Wert darauf, dass Menschen diese besondere Energie und den Sinn für die Community spüren – immer mit Blick auf die Geschichte der Stadt. Deswegen waren er und sein Team in Memphis daran beteiligt,The Nike Kids 3K ins Leben zu rufen. Der Lauf findet im Spätsommer statt und startet und endet vor dem Lorraine Motel, wo Martin Luther King ermordet wurde.

Heute ist in dem Gebäude das National Civil Rights Museum. Es widmet sich der Ungerechtigkeit, gegen die Dr. King ankämpfte, und zeigt auf, wie sich die Bürgerrechtsbewegung seit seinem Tod entwickelt hat. Dazu lernen heute Kinder aus der Region darin etwas über Bewegung und Teamwork. Auch hier war Gregorys Beitrag entscheidend, denn er war von 2002 bis 2015 Vorstandsmitglied des Museums.

Vor Kurzem haben wir Gregory auf einen Spaziergang zum Museum begleitet. Dabei sprachen wir über seine Stadt, seine Mission bei Nike und wie er mit dem Unternehmen der Community, die ihm so viel bedeutet, etwas zurückgibt.

Wenn du über diese Stadt nachdenkst, wie fühlst du dich?

Ich bin stolz, aus Memphis zu kommen und mit meiner Arbeit etwas in der Stadt bewegen zu können, in der ich aufgewachsen bin und die mir so viel gegeben hat. Es gibt mir ein gutes Gefühl, etwas zurückgeben zu können.

Es heißt: Zu Hause ist es am schönsten. Und wenn etwas zu Hause kaputt geht, reparierst du es. Perfekt sind wir nicht, aber wir können immer an uns arbeiten. Ich möchte auch "reparieren" und die Situation verbessern.

In Memphis gibt es tolle Leute, die mit anpacken, und solche, die sich Orientierung wünschen. Dann gibt es diejenigen, die etwas zurückgeben möchten. Die Organisationen, die sich für die Community einsetzen, sind einfach besonders in Memphis. Wir haben ein großartiges Theater, ein tolles Sportangebot, gute Universitäten und das LeMoyne-Owen College, eine historisch afroamerikanische Hochschule (HBCU).

Das alles macht diese Stadt so besonders. Gibt es noch viel mehr zu tun? Ja. Wirtschaft, Bildung und Politik müssen wir an einen Tisch bringen. Wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir noch viel mehr erreichen.

Willie Gregory high-fives a kid at the Nike Kids 3K in Memphis.

Nike veranstaltet hier seit 2018 den Kids 3K und du warst maßgeblich daran beteiligt, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Was bedeutet dir dieser Lauf?

Es berührt mich, zu sehen, wie vier- bis sechsjährige Kinder nach dem Wettkampf einen so historischen Ort in Memphis wie das National Civil Rights Museum besuchen können. Für mich ist der Moment besonders, wenn diese jungen Menschen die Ziellinie erreichen und damit etwas erreicht haben. Denn wenn du schon früh im Leben Erfolgserlebnisse hast, kann sich das auch im Erwachsenenalter fortsetzen.

Dieser Gedanke begeistert mich.

"In Memphis gibt es tolle Leute, die mit anpacken, und solche, die sich Orientierung wünschen. Dann gibt es diejenigen, die etwas zurückgeben möchten."

Willie Gregory, Nike Senior Director, Community Relations

Was denkst du, kann Nike hier in Memphis bewirken?

Wir wollen uns als Unternehmen für die Gemeinschaft wirklich einsetzen. Alles fing bei Nike mit dem Laufen an, dafür steht die Brand. Darum dreht sich alles. Bei diesem Lauf machen einige Nike Mitarbeiter:innen mit und geben etwas an die Leute zurück. Sie helfen als Freiwillige mit und sind so Teil der Community. Viele sind mit ihren Kindern, Nichten, Neffen, Schwestern oder Brüdern da. Genau das finde ich so schön daran und ich denke, das gefällt vielen anderen genauso.

Nike engagiert sich auch im Bereich der Bildung. Mit der University of Memphis gibt es das Studienprogramm Lane Four. Damit übernimmt Nike 100 % der Studiengebühren unserer Mitarbeiter:innen, ohne sie zu verpflichten, nach ihrem Abschluss weiter für das Unternehmen zu arbeiten. Es ist unser Ziel, der Community und der Stadt Gutes zu tun. Bildung ist für uns eine Möglichkeit, das zu erreichen.

Coley Harvey and Willie Gregory walk outside the National Civil Rights Museum in Memphis.

Diese Stadt hat eine bedeutende Geschichte in der Bürgerrechtsbewegung. Du bist hier geboren und aufgewachsen. Am 4. April 1968 warst du in der High School. Wie war dieser Tag für dich und was fühlst du, wenn du heute auf den Raum 306 blickst?

Wir hatten gerade Leichtathletik. Einige Mitschüler:innen und ich sind einfach hierher gerannt, das reine Chaos war ausgebrochen. Ich blickte hoch, sah die 306 und sagte: "Hier wollten sie den Traum zum Platzen bringen." Aber ich glaube nicht, dass sie erfolgreich waren. So haben sie den Traum nur noch mehr vorangetrieben.

Jetzt sag ich zu den Leuten: "Seht genau hin, denkt darüber nach, versucht, nachzuvollziehen, was passiert ist." Du musst dir einfach vorstellen, warum er hier gewesen ist. Dr. King war hier, weil er in einem Hotel übernachten wollte, das Schwarzen gehörte und von ihnen geführt wurde. Ich sehe den Kranz, der da oben hängt, und denke mir: Genau das hat uns angetrieben und dorthin gebracht, wo wir heute stehen. Das war Teil des Traums von Martin Luther King.

Unsere Stadt brauchte Menschen, die zusammenarbeiten, an einem Strang ziehen und heilen können. Ich wollte zum Heilungsprozess beitragen und ich will es auch heute noch. Natürlich haben wir vor uns noch einen weiten Weg. Aber ich bin so stolz für ein Unternehmen zu arbeiten, das mir ermöglicht hat, der Community und meiner Heimatstadt etwas zurückzugeben.

Dr. King hat sein Leben für die Gleichberechtigung gegeben und ich kann meinen Teil dazu beitragen, sein Vermächtnis weiterzuführen. Denn nach wie vor sind wir zu weit von der Gleichberechtigung entfernt.

Warum ist für Nike die Verbindung zum National Civil Rights Museum so wichtig?

Weil hier unsere Teammitglieder leben und arbeiten. Hier spielen ihre Kinder und hier ziehen sie sie groß. Sie sollen an einem Ort leben, der sicher für sie ist und Bildung bietet.

Die Verbindung zum Museum entstand schon im Jahr 2000, als Nelson Mandela mit dem Freedom Award ausgezeichnet wurde. Phil Knight reiste aus Oregon an, um ihm den Preis zu überreichen. Dadurch entstand eine hoffentlich dauerhafte Verbindung zwischen Nike und dem Civil Rights Museum. Schließlich kam einer der Mitgründer eigens dafür her, um Nelson Mandela persönlich zu ehren. Die Rede von Phil Knight an jenem Abend machte alle Nike Mitarbeiter:innen stolz. Ich habe sogar immer noch eine Kopie davon.

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