Die Stimme der Mitarbeiter:innen
Wir sind davon überzeugt, dass qualifizierte, wertgeschätzte und engagierte Mitarbeiter:innen entscheidend für langfristiges Wachstum und Widerstandsfähigkeit sind. Engagierte Mitarbeiter:innen fühlen sich tendenziell wohler. Außerdem sind sie eher produktiver und haben tendenziell weniger Fehlzeiten.
Wenn Mitarbeiter:innen sich gehört und respektiert fühlen und sich aktiv einbringen können, fällt es Lieferbetrieben leichter, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das stärkt ihre Leistungsfähigkeit und macht die Betriebe widerstandsfähiger. Deshalb arbeiten wir weiterhin mit unseren Lieferbetrieben daran, die Erfahrungen ihrer Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz besser zu verstehen und deren Perspektiven fest zu verankern: in Entscheidungen, die ihren Arbeitsalltag betreffen, in der Führung der Betriebe und in der Messung von Fortschritten.

Das zweiphasige EWB-Programm von NIKE, Inc. bildet die Basis unserer Arbeit zur Förderung von Mitarbeiterengagement und Wohlbefinden in der gesamten Lieferkette. In der ersten Phase führen die Lieferbetriebe gemeinsam mit einem von NIKE, Inc. zugelassenen Dienstleister die EWB-Umfrage von NIKE, Inc. durch. Dafür wird eine ausreichend große Stichprobe von Mitarbeiter:innen befragt, um statistisch aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten und den aktuellen Stand des Mitarbeiterengagements als Ausgangsbasis zu erfassen. Die Umfrage ist anonym. Die Umfrage umfasst 16 inhaltliche Fragen in sieben Kategorien: Kompetenzentwicklung, Kommunikation, Arbeitsschutz, Vergütung, soziale Beziehungen, Stress und respektvolles Miteinander am Arbeitsplatz.
In der zweiten Phase nutzen die Lieferbetriebe die Erkenntnisse aus der Umfrage, um einen transparenten Maßnahmenplan zu erstellen. Der Plan soll die Erfahrungen der Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz ganzheitlich verbessern und eine Feedbackkultur etablieren. Dazu werden Prozesse zur Förderung von Mitarbeiterengagement und Wohlbefinden in die übergreifende HR-Arbeit des Betriebs eingebunden. NIKE, Inc. schreibt vor, dass die Mitarbeiter:innen innerhalb von 28 Tagen nach Beginn der Umfrage über die Ergebnisse informiert werden.
Seit 2017 haben wir das EWB-Programm gezielt ausgeweitet, um mehr Lieferbetriebe zu erreichen. Zum Ende des FY25 nahmen 100 % unserer strategischen Lieferbetriebe* am Programm teil und hatten beide Phasen abgeschlossen.
Künftig erwarten wir von unseren strategischen Lieferbetrieben, dass sie die Beteiligung ihrer Mitarbeiter:innen ausweiten: Über die Befragung statistisch aussagekräftiger Stichproben hinaus sollen sie zunehmend die gesamte Belegschaft direkt einbeziehen. Mit dieser nächsten Phase verfolgen wir das Ziel, tiefere Einblicke zu gewinnen, die Verantwortlichkeit zu stärken und die Mitsprache der Mitarbeiter:innen fest im Unternehmensalltag zu integrieren.
Ab dem FY26 entwickeln wir unseren Umfrageansatz weiter, um besser zu ermitteln, welche Faktoren das Wohlbefinden und Engagement der Mitarbeiter:innen beeinflussen. Wir glauben, dass neue Fragen zu Mental Health, Mitsprache und Inklusion sowie zusätzliche demografische Angaben, etwa zum Umzugsstatus und zur Beschäftigungsart, ein umfassenderes Bild der Erfahrungen der Mitarbeiter:innen ermöglichen.
*Strategische Lieferbetriebe: strategische Lieferbetriebe für Fertigprodukte, auf die rund 80 % der gesamten Schuh- und Bekleidungsproduktion entfallen.
Wir unterstützen unsere Lieferbetriebe beim Aufbau von Kompetenzen, mit denen sie das Engagement ihrer Mitarbeiter:innen weiter stärken können. Wir entwickeln unsere Tools kontinuierlich weiter und fördern den Kompetenzaufbau bei unseren Lieferbetrieben, damit sie die Erkenntnisse aus ihrer EWB-Umfrage in Maßnahmen umsetzen können, die sich positiv auf ihre Mitarbeiter:innen auswirken. Dazu gehört der Leitfaden zur EWB-Maßnahmenplanung. Dieser Leitfaden hilft den Betrieben, einen Prozess zu entwickeln und einzuführen, mit dem sie Rückmeldungen ihrer Mitarbeiter:innen in konkrete Maßnahmen umsetzen und dieses Vorgehen in ihren Personalmanagementsystemen verankern können. In FY25 haben 100 % unserer strategischen Lieferbetriebe und der mit der Umfrage beauftragten Dienstleister die entsprechende Schulung absolviert. So sind die Organisationen in unserem Netzwerk besser darauf vorbereitet, ihren Mitarbeiter:innen zuzuhören und Pläne zu entwickeln, die deren Erfahrungen am Arbeitsplatz gezielt verbessern.
Nach der Schulung zum Leitfaden zur EWB-Maßnahmenplanung wählen die Lieferbetriebe anhand von Fragen mit niedrigen Bewertungen zwei bis drei Bereiche mit Verbesserungsbedarf aus und erstellen dazu einen Maßnahmenplan. Dazu führen sie gezielte Gruppengespräche mit Mitarbeiter:innen, um die Ursachen für die niedrigen Bewertungen zu verstehen. Auf dieser Basis entwickeln sie einen Maßnahmenplan, der die Anliegen der Mitarbeiter:innen aufgreift und dauerhafte Verbesserungen ermöglicht. Zwischen 2020 und 2025 haben sich die Bewertungen in den Lieferbetrieben in allen sieben EWB-Kategorien verbessert. Das deutet darauf hin, dass sich die gezielte Maßnahmenplanung positiv auf das Engagement und die Erfahrungen der Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz auswirkt.
Die Code Leadership Standards von NIKE, Inc. verpflichten unsere Lieferbetriebe zu wirksamen Beschwerdeverfahren. Diese müssen es ermöglichen, Beschwerden anonym und vertraulich einzureichen, ohne Vergeltungsmaßnahmen befürchten zu müssen.
Wir verlangen von unseren Lieferbetrieben, ein wirksames Beschwerdeverfahren einzurichten, über das Mitarbeiter:innen Anliegen zu ihrem Arbeitsalltag vorbringen können – z. B. zu Arbeitsbedingungen, Unternehmensrichtlinien und -abläufen oder Beschäftigungsbedingungen. Von den Lieferbetrieben wird außerdem erwartet, dass sie Beschwerden einschließlich der Reaktionszeiten dokumentieren und nachverfolgen, um die Wirksamkeit des Beschwerdeverfahrens messen zu können. Wir ermutigen unsere Lieferbetriebe, ihre Beschwerdekanäle regelmäßig zu prüfen, und unterstützen sie dabei mit praktischen Hilfestellungen. So haben wir in FY25 im Rahmen regionaler Lerngruppen das Toolkit der Fair Labor Association (FLA) zu Beschwerdemechanismen vorgestellt. Es dient der Selbsteinschätzung und hilft Betrieben, ihre bestehenden Beschwerdeverfahren zu verbessern.
Darüber hinaus betreibt NIKE, Inc. das "Speak Up"-Portal, das jederzeit online oder telefonisch erreichbar ist. Mitarbeiter:innen in der Lieferkette können darüber ihre Anliegen direkt an NIKE, Inc. melden. Wir beteiligen uns außerdem am Beschwerdemechanismus für Dritte der Fair Labor Association (FLA). An diesem Verfahren sind verschiedene Interessengruppen beteiligt. Es ermöglicht Einzelpersonen und Organisationen, sich mit ihren Anliegen an die FLA zu wenden – auch dann, wenn NIKE, Inc. nicht der einzige Abnehmer eines Produktionsbetriebs ist. Der Beschwerdemechanismus für Dritte bietet Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen eine letzte Möglichkeit, schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Rechte von Arbeitnehmer:innen zu melden, wenn alle anderen Beschwerdewege erfolglos geblieben sind.
NIKE, Inc. ist bestrebt, glaubwürdige und fundierte Bedenken, die über diesen Mechanismus vorgebracht werden, zu prüfen und entsprechende Missstände zu beheben. Voraussetzung ist, dass die Angaben ausreichend detailliert sind, damit NIKE, Inc. die betreffenden Vorwürfe sorgfältig untersuchen und auf dieser Grundlage Abhilfe schaffen oder eine andere geeignete Lösung finden kann.
NIKE, Inc. ist davon überzeugt, dass neben formellen Beschwerdeverfahren ein wirksamer Dialog zwischen Management und Mitarbeiter:innen entscheidend für starke, wachsende Unternehmen ist. In einigen unserer Lieferbetriebe gibt es eine oder mehrere offiziell organisierte Gewerkschaften. Ihre gewählten Vertreter:innen übernehmen eine zentrale Aufgabe: Sie vertreten die Interessen der Mitarbeiter:innen und verhandeln in deren Namen. Auch im weitergehenden Austausch sind sie wichtige Ansprechpartner:innen.
Viele unserer Lieferbetriebe verfügen außerdem über Belegschaftsausschüsse. Über sie erhält das Management direkte Anregungen dazu, wie sich betriebliche Abläufe und Arbeitsbedingungen kontinuierlich verbessern lassen.
Unsere Code Leadership Standards enthalten detaillierte Vorgaben dazu, wie Lieferbetriebe das Recht ihrer Mitarbeiter:innen auf Vereinigungsfreiheit achten müssen. Diese Vorgaben untersagen es, Mitarbeiter:innen daran zu hindern, sich gewerkschaftlich zu organisieren oder gewerkschaftlich tätig zu werden. Ebenso verboten sind alle Handlungen, die darauf abzielen, Mitarbeiter:innen einzuschüchtern, zu belästigen oder Vergeltungsmaßnahmen gegen sie zu ergreifen, weil sie sich in einer Gewerkschaft oder einer anderen Interessenvertretung engagieren oder versuchen, sich gewerkschaftlich zu organisieren oder eine Gewerkschaft zu gründen.
Wo Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen gesetzlich eingeschränkt sind, verlangt NIKE, Inc. von seinen Lieferbetrieben, alternative Möglichkeiten zuzulassen, über die sich Mitarbeiter:innen unabhängig und frei zusammenschließen und gemeinsam verhandeln können.