• Verantwor­tungs­bewuss­te Lieferkette

Arbeitsschutz

NIKE, Inc. ist überzeugt, dass ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld ein grundlegendes Menschenrecht ist.

Entsprechend der Erklärung der International Labour Organization (ILO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit setzt sich NIKE dafür ein, in allen Betrieben Arbeitsplätze zu schaffen, an denen dieses Recht gewährleistet ist. Als Teil einer verantwortungsvollen Lieferkette erwartet NIKE von seinen Lieferanten, dass sie ähnliche Arbeitsplatzstandards für die Menschen fördern, die an der Herstellung und dem Transport von NIKE Produkten beteiligt sind. 

Unser Ansatz für Arbeitsschutz basiert auf international anerkannten Grundsätzen der ILO für Managementsysteme sowie auf weiteren bewährten Arbeitsschutzprinzipien. Im Mittelpunkt stehen verantwortungsvolle Führung, die Einbeziehung der Beschäftigten, ein wirksames Risikomanagement, kontinuierliche Verbesserungen und eine starke Sicherheitskultur.

Eine Sicherheitskultur aufbauen

2018 rief NIKE, Inc. das Programm "Culture of Safety" ins Leben. Es unterstützt Lieferanten dabei, über die bloße Einhaltung von Vorgaben hinauszugehen und ihre Managementsysteme für Arbeitsschutz zu stärken. Erste Pilotprojekte zeigten, dass verantwortungsbewusste Führung, die Beteiligung der Beschäftigten und eine positive Sicherheitskultur die Sicherheit am Arbeitsplatz spürbar verbessern können. Diese Erkenntnisse prägen bis heute, wie NIKE seine Lieferanten unterstützt.

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Nach der erfolgreichen Pilotphase haben wir das Programm ausgebaut und weiterentwickelt. Es unterstützt Lieferanten dabei, robuste Managementsysteme und eine Kultur am Arbeitsplatz zu schaffen, die Beschäftigte stärkt, die Verantwortlichkeit der Führungskräfte fördert und den Arbeitsschutz kontinuierlich verbessert. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 hatten wir das Programm "Culture of Safety" auf 106 Produktionsstätten der ersten Lieferantenstufe ausgeweitet. Damit erreichte es mehr als 650.000 Beschäftigte.

Auch heute nutzt NIKE diese Methode, um den geschaffenen Wert zu messen.

Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir daran, gesunde und sichere Arbeitsplätze auf höchstem Niveau zu schaffen. In unseren Programmen vermitteln wir den Lieferanten wichtige Kompetenzen und messen anschließend den Entwicklungsstand ihrer Sicherheitskultur. So ermutigen wir Lieferanten, Sicherheit fest in der Kultur ihrer Produktionsstätten zu verankern. Dadurch kann eine resiliente Belegschaft entstehen, in der alle Verantwortung dafür übernehmen, Vorfälle im Bereich Gesundheit und Sicherheit zu reduzieren und positive Veränderungen voranzutreiben.

Die Programme

NIKE setzt auf verantwortungsvolle Führung und klare Unternehmensstrukturen, damit die Leadership der Lieferanten notwendige Veränderungen vorantreibt. Dazu investiert die Brand in gezielte Systeme, Schulungen und Initiativen, die Lieferanten und deren Beschäftigte dabei unterstützen, eine stärkere Sicherheitskultur zu entwickeln und besser mit Risiken umzugehen. Wir unterstützen Lieferanten beim Aufbau branchenführender Managementsysteme für Arbeitsschutz. Der Fokus liegt dabei auf drei zentralen Bereichen: Führung und Steuerung, Systeme und Prozesse sowie die Entwicklung der Beschäftigten.

Leadership und Governance

Gute Führung prägt die Sicherheitskultur. Deshalb ermutigt NIKE Führungskräfte auf Ebene der Lieferantengruppen, Verantwortung für die Sicherheit in ihren Produktionsstätten und die Förderung sicheren Verhaltens zu übernehmen. Zugleich sollen sie ihre Kolleg:innen motivieren, es ihnen gleichzutun.

Dabei hilft das Transformational Leadership Program. Es unterstützt Lieferanten dabei, die Wirksamkeit ihrer unternehmensweiten Governance-Strukturen im Bereich Sicherheit zu bewerten. Das Transformational Leadership Program wird von der Institution of Occupational Safety and Health (IOSH) durchgeführt. Es richtet sich an Führungskräfte auf Unternehmensebene und hilft ihnen, ihre Pflichten im Bereich Arbeitsschutz zu verstehen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 hatten 14 der größten Lieferantengruppen von NIKE, die insgesamt 73 Produktionsstätten repräsentieren, das Programm abgeschlossen. Diese 73 Produktionsstätten stehen für mehr als 61 Prozent des gesamten Produktionsvolumens von NIKE, Inc.

Systeme und Prozesse

Als Teil eines soliden Arbeitsschutzprogramms hält NIKE Lieferanten dazu an, branchenführende Systeme und Prozesse einzuführen, um Risiken für die Beschäftigten zu reduzieren.

NIKE ist Teil der Initiative Life and Building Safety (LABS). Das von der Industrie getragene Programm bringt Marken, Einzelhändler und öffentliche Organisationen zusammen, um vermeidbare Risiken in Bezug auf Brand-, Elektro- und Gebäudesicherheit in Ländern zu verringern, in denen Bekleidung, Schuhe, Accessoires und Heimtextilien gefertigt werden.

Mit dem Programm "Workplace Safety Facilitator" (WSF) unterstützte NIKE zunächst Beschäftigte dabei, mit ihren Kolleg:innen ins Gespräch zu kommen. So konnten sie ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, welches Verhalten zur Brand- und Gebäudesicherheit beiträgt. Im Rahmen des Programms hat NIKE 16.113 Beschäftigte strategischer Lieferanten von Fertigprodukten darin geschult, konstruktive Gespräche über Sicherheit zu führen und Kolleg:innen zu coachen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 hatten diese 16.113 aktiven WSFs fast 680.000 Beschäftigte geschult. Aufbauend auf den im WSF-Programm erworbenen Kompetenzen haben die Teilnehmenden das Programm inzwischen erweitert. Es umfasst nun auch Absturzsicherung, den Umgang mit Chemikalien, Maschinensicherheit, Frauengesundheit und psychische Gesundheit.

Zudem wendet NIKE anerkannte Grundsätze der Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene an: Risiken antizipieren, erkennen, bewerten und kontrollieren. So lassen sich chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz identifizieren, beurteilen und eindämmen. Das Unternehmen will Lieferanten helfen, diese vier Prinzipien am Arbeitsplatz anzuwenden, auch wenn neue Materialien oder Herstellungsverfahren eingeführt werden. Mehr als 400 Fachkräfte für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Produktionsstätten haben die NIKE Schulung "Fundamentals of Industrial Hygiene" abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2025 führte NIKE weiterführende Kurse zur Arbeitshygiene ein und bot zusätzliche Schulungen für Lieferanten mit erhöhtem Risiko an. Darüber hinaus entwickelte NIKE, Inc. das "Industrial Hygiene Playbook". Es bietet Lieferanten weitere Orientierung dabei, chronischen Erkrankungen vorzubeugen.

*Strategische Lieferanten: strategische Lieferanten von Fertigprodukten, auf die etwa 80 Prozent der gesamten Schuh- und Bekleidungsproduktion entfallen.

Entwicklung der Beschäftigten

NIKE orientiert sich an den Grundsätzen des IOSH Competency Framework Program (CFP) und unterstützt Lieferanten dabei, wichtige Fähigkeiten und Verhaltensweisen ihrer Beschäftigten in den Bereichen Fach- und Kernkompetenzen sowie sicherheitsbewusstes Verhalten weiterzuentwickeln, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. Im Rahmen des Transformational Leadership Program vermittelte NIKE das IOSH-Kompetenzmodell an 37 Teilnehmende von 17 strategischen Lieferanten. Diese Lieferanten stehen zusammen für mehr als 60 Prozent des Produktionsvolumens von NIKE, Inc.  Das Programm hilft den Teilnehmenden, die vorhandenen fachlichen und grundlegenden Kompetenzen sowie das sicherheitsbezogene Verhalten in ihren Unternehmen besser einzuschätzen.

Sicherheitsreife messen

Mit dem NIKE, Inc. Tool "Culture of Safety Maturity Assessment" (CoSMA) misst NIKE die Fortschritte und den Entwicklungsstand der Sicherheitskultur seiner Lieferanten. Ergänzend werden die Ergebnisse durch eine extern durchgeführte Umfrage unter den Beschäftigten zu ihrer Wahrnehmung der Sicherheit überprüft. Da die Entwicklung einer starken Sicherheitskultur ein fortlaufender Prozess ist, ermutigt NIKE Lieferanten, sich durch kontinuierliche Selbstbewertung und Mitarbeiterfeedback weiter zu verbessern.

Mit CoSMA können sowohl NIKE, Inc. als auch die Lieferanten  messen, welche Fortschritte diese auf dem Weg zu höheren Entwicklungsstufen machen. Diese Stufen basieren auf der  "Safety Culture Ladder" von Professor Patrick Hudson. Das Modell beschreibt, wie sich Arbeitsplätze von unsicher zu sicher entwickeln, und wurde an die spezifischen Anforderungen von NIKE, Inc. angepasst. Das Tool bewertet anhand von fünf Entwicklungsstufen, wie fest Arbeitsschutz in der Arbeitskultur und den Managementsystemen verankert ist. Das Ziel von NIKE für das Geschäftsjahr 2025 war, dass alle strategischen Lieferanten Stufe 3 erreichen. Diese Stufe steht für die weitgehende Einhaltung der Standards von NIKE, Inc. und die Einführung von Managementsystemen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Im Geschäftsjahr 2025 erreichten 100 Prozent der strategischen Lieferanten Stufe 3 und erfüllten damit die Anforderungen von NIKE, Inc. an gesunde und sichere Arbeitsplätze. Das zeigt, dass Arbeitsschutz in der gesamten Lieferkette zunehmend Teil des Arbeitsalltags und der Entscheidungsprozesse wird.

Neue Maßstäbe im Bereich Arbeitsschutz

Die Programme zur Kompetenzentwicklung und zur Förderung einer reifen Sicherheitskultur sowie die stärkere Beteiligung durch das CoSMA-Tool sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit von NIKE an einem wirksamen Arbeitsschutz bei seinen Lieferanten. NIKE arbeitet daran, seine Ergebnisse mit denen anderer Organisationen, die über erstklassige Sicherheitsprogramme verfügen, zu vergleichen. Deshalb beauftragte NIKE im Geschäftsjahr 2023 die Royal Society for the Prevention of Accidents (RoSPA) – eine führende Organisation im Bereich Arbeitsschutz – damit, die Leistung von Produktionsstätten zu bewerten.

Die Bewertung durch RoSPA ist ein weltweit anerkanntes Verfahren, mit dem sich Leistungen branchenübergreifend vergleichen lassen. Die Lieferanten von NIKE, Inc. werden dabei innerhalb des Fertigungssektors bewertet. Für die Bewertung reichen die Produktionsstätten Angaben zur Leadership im Arbeitsschutz sowie zu ihren Managementsystemen und Programmen ein. Im Geschäftsjahr 2025 reichten 92 Produktionsstätten Bewerbungen ein. Davon erhielten 78 Gold – die höchstmögliche Bewertung. Weitere 14 Produktionsstätten erhielten Silber. Eine Produktionsstätte der NIKE Lieferkette erhielt den "Highly Commended Award in the Manufacturing Sector", eine der begehrtesten und renommiertesten Auszeichnungen im RoSPA Awards-Programm. Die Goldbewertungen im RoSPA-Vergleich helfen NIKE, Inc. zu beurteilen, ob Lieferanten ihre Arbeitsschutzprogramme auf höchstem Niveau steuern können.

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