• Verantwor­tungs­bewuss­te Lieferkette

Grundlegende Erwartungen und Verhaltenskodex

Eine starke, verantwortungsvolle Lieferkette basiert für uns auf Standards, die Menschen und Menschenrechte achten, gesunde und sichere Arbeitsplätze fördern, ethische Geschäftspraktiken unterstützen und den Umweltschutz entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette vorantreiben. Wir stellen klare, grundlegende Anforderungen an unsere Lieferanten und erwarten, dass sie unseren Facility Code of Conduct (Verhaltenskodex) sowie die Code Leadership Standards (CLS) einhalten.

Unsere Erwartungen

Wir erwarten von allen Einrichtungen, dass sie die Rechte der Beschäftigten respektieren und ihr Wohlergehen fördern, mit besonderer Rücksicht auf schutzbedürftige Personen wie Frauen, Migrant:innen und Zeitarbeiter:innen. Um Menschenrechtsrisiken und ihre Auswirkungen zu verstehen und angemessen damit umzugehen, orientiert sich NIKE an der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", der "Erklärung der IAO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit", den "UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte" sowie den "OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen". Darüber hinaus erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie sich auf Bereiche wie Emissionsreduzierung, Abfallvermeidung und den Schutz natürlicher Ressourcen konzentrieren.

Im Rahmen unserer Unternehmensstrategie setzen wir auf Einrichtungen mit agilen und resilienten Managementsystemen, die langfristiges Unternehmenswachstum ermöglichen, ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich Mitarbeitende eingebunden und wertgeschätzt fühlen, eine starke Sicherheitskultur fördern und Umweltauswirkungen minimieren.

Verhaltenskodex und Code Leadership Standards

Wir bei NIKE sind der festen Überzeugung: Es gibt keine Ziellinie. Aber einen klaren Startpunkt. Der NIKE Verhaltenskodex und die Code Leadership Standards legen die Mindeststandards fest, die Einrichtungen erfüllen müssen. Wir überprüfen und aktualisieren diese Standards regelmäßig, um Beschäftigte besser zu schützen, neuen Risiken in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt zu begegnen und uns an den Best Practices der Branche zu orientieren.

Diese Mindeststandards sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Lieferantenstrategie. Sie bilden die Grundlage dafür, wie wir die Leistung bewerten und entscheiden, mit welchen Lieferanten wir im Zuge unseres weiteren Wachstums zusammenarbeiten. Wir setzen auf Lieferanten, die sich wie wir für das Wohlergehen der Beschäftigten engagieren, natürliche Ressourcen verantwortungsvoll und effizient nutzen, ihr Unternehmen nachhaltig führen und mehr als nur die Mindeststandards erfüllen wollen.

Ergebnisse für FY25

Im FY20 haben wir unser Compliance-Programm auf Tier-2-Materiallieferanten und Distributionszentren ausgeweitet und sind von unternehmenseigenen Assessments auf effizientere, branchenweit abgestimmte Tools umgestiegen. Während sich die Einrichtungen an neue Bewertungsmethoden, Prozesse und Anforderungen anpassten und wir eine Reihe von Einrichtungen erstmals bewerteten, ging die allgemeine Compliance-Rate zunächst zurück. Daraufhin haben wir gezielte Programme zur Behebung von Problemen und zum Kompetenzaufbau eingeführt. Sie unterstützen Lieferanten dabei, ihre Managementsysteme zu stärken, identifizierte Lücken zu schließen und ihre Leistung langfristig zu verbessern.

So erfüllten Ende FY25 90 % der Einrichtungen in unserer erweiterten Lieferkette die grundlegenden NIKE Standards für Arbeit, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Diese Programme schaffen eine wichtige Grundlage dafür, das Programm künftig auf neue Lieferanten auszuweiten.

Branchenweit abgestimmte Assessment-Tools

Wir setzen auf etablierte Branchen-Assessments, um die Compliance von Einrichtungen zu überprüfen. Dabei steigen wir von unternehmenseigenen Assessments auf branchenweit abgestimmte Verfahren um, um die Audit-Belastung für Einrichtungen zu reduzieren. Das Social and Labor Convergence Program (SLCP) ist eine zukunftsweisende Initiative mit dem Ziel, ein einheitliches und effektives branchenweites Verfahren zur Bewertung der Arbeits-, Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen in Einrichtungen zu entwickeln und damit die derzeit von einzelnen Marken verwendeten eigenen Audit-Tools zu ersetzen. Bei Einrichtungen, die mit mehreren Marken zusammenarbeiten, reduziert dies die Zahl der Audits, steigert die Effizienz innerhalb der Branche und senkt die damit verbundenen Kosten. So können teilnehmende Organisationen Ressourcen, die zuvor für Compliance-Audits vorgesehen waren, stattdessen in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen investieren. Damit kommen wir auch einem kooperativeren Ansatz näher, um Risiken und Chancen in der Branche gemeinsam anzugehen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Cascale mit dem Higg Facility Environmental Module (Higg FEM), einem branchenweit abgestimmten Tool zur Bewertung der Umweltleistung. NIKE erkennt verifizierte SLCP- und Higg FEM-Assessments sowie ZDHC-Abwassertests als Nachweis für die Einhaltung der Anforderungen an.

Wir sind außerdem Mitglied bei Better Work und erkennen deren Assessments an. Bei Lieferanten, die am Better Work-Programm teilnehmen, unterstützt das Better Work-Modell auch gezielte Abhilfemaßnahmen. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Verbesserungen durch sozialen Dialog, Beratung, die Abstimmung zwischen Marken und kontinuierliche Weiterentwicklung.

ZDHC-Richtlinien für Abwasser

NIKE war federführend an der Entwicklung der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Wastewater Guidelines beteiligt. Die gemeinsame Initiative aller Mitgliedsmarken der ZDHC Foundation zielt darauf ab, den Umgang mit Abwasser kontinuierlich zu verbessern. Durch diese vorwettbewerbliche, branchenweite Zusammenarbeit gelten zwei Abwassertests pro Einrichtung gemäß den ZDHC Wastewater Guidelines für alle Mitgliedsmarken der ZDHC.

Liste eingeschränkt nutzbarer Stoffe in der Herstellung (MRSL)

Die Code Leadership Standards von NIKE, Inc. bilden die Grundlage unserer Chemikalienstrategie. Gemäß unserem Verhaltenskodex müssen alle Lieferanten Chemikalien ordnungsgemäß handhaben und Lösungen einsetzen, die zur Einhaltung der Anforderungen unserer Restricted Substances List (RSL) und der ZDHC Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) beitragen. Durch unsere Arbeit in Gruppen wie Apparel and Footwear International RSL Management (AFIRM) und Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) unterstützen und fördern wir weiterhin die Entwicklung transparenter Richtlinien, Tools und Schulungsprogramme in unserer Branche. Gemeinsam bringen uns diese Programme unserer Vision näher, verstärkt auf umweltverträglichere Chemikalien zu setzen und so Athlet:innen zugutezukommen.

Unsere Vision für Zusammenarbeit

NIKE ist davon überzeugt, dass Beziehungen, die auf Klarheit und gegenseitigem Respekt basieren, entscheidend für unsere Vision einer resilienteren und verantwortungsvolleren Lieferkette sind. Diese Vision erfordert Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln mit Einrichtungen, anderen Marken und allen Stakeholdern innerhalb der globalen Lieferkette. Wir werden weiterhin eng mit unseren Lieferanten sowie mit der Zivilgesellschaft, Regierungen, Arbeitnehmervertretungen und anderen Stakeholdern zusammenarbeiten, um systemische Verbesserungen bei Arbeits-, Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltbedingungen in den Communitys voranzutreiben, in denen unsere Lieferanten tätig sind.

Umfang der Einrichtungsaudits

Mit internen Audits sowie Audits durch externe Dritte überprüfen wir, ob Tier-1-Lieferanten für Fertigprodukte, Tier-2-Materiallieferanten, Air Manufacturing Innovation-Einrichtungen und Distributionszentren sowohl unsere Anforderungen als auch geltende Gesetze einhalten. Bislang haben wir bei allen relevanten Einrichtungen im definierten Geltungsbereich* Branchen-Assessments durchgeführt. Darüber hinaus überprüfen wir bestimmte Risikobereiche weiterhin gezielt durch unangekündigte Audits.

Unsere Produktionsstätten legen wir in unserer öffentlich zugänglichen Manufacturing Map offen. Die interaktive Karte wurde 2005 eingeführt und wird vierteljährlich aktualisiert.

*Zu den Einrichtungen im Geltungsbereich gehören: Lieferanten von Fertigprodukten: 100 % der Lieferanten von Fertigprodukten (AP, FW, AC); Materiallieferanten: Lieferanten, auf die rund 90 % der Gesamtproduktion von Obermaterialien für Schuhe und Textilien für Bekleidung entfallen; ausgewählte Distributionszentren (DC), auf die mindestens 80 % des Volumens entfallen; sowie unsere eigenen, von NIKE, Inc. betriebenen Air Manufacturing Innovation-Einrichtungen (Air MI).

Genehmigungsverfahren für neue Lieferanten

Alle potenziellen neuen Tier-1-Lieferanten für Fertigprodukte durchlaufen das Genehmigungsverfahren für neue Lieferanten. Bevor die vollständige Produktion beginnen kann, müssen Lieferanten mindestens eine Gesamtbewertung in Bronze erreichen und damit unsere Mindeststandards erfüllen.

Audit-Prozess

Bei SLCP, Higg FEM und BW beginnt der Bewertungsprozess mit einer Selbsteinschätzung durch die jeweilige Einrichtung. So wird die Eigenverantwortung für Compliance und Leistungsmanagement auf Einrichtungsebene gestärkt. Anschließend wird diese Selbsteinschätzung im Rahmen eines strukturierten Verifizierungsprozesses von einer zugelassenen Prüfstelle überprüft und bestätigt. Dazu gehören eine Begehung der Einrichtung, vertrauliche Interviews mit einer repräsentativen Auswahl von Beschäftigten, Gespräche mit dem Management sowie die Prüfung von Dokumenten und Aufzeichnungen. Der Verifizierungsprozess soll die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Angaben einer Einrichtung bestätigen, eine zuverlässige Datengrundlage für verschiedene Stakeholder schaffen und doppelte Audits vermeiden. So können Marken und Einrichtungen ihre Ressourcen gezielter für kontinuierliche Verbesserungen einsetzen.

Abhilfemaßnahmen

NIKE nimmt Hinweise auf mögliche Verstöße gegen unsere Anforderungen ernst. Stellen wir in einer Einrichtung einen Verstoß gegen unseren Verhaltenskodex oder die CLS fest, arbeiten wir im Rahmen gezielter Abhilfeprogramme gemeinsam mit der Einrichtung daran, die zugrunde liegenden Probleme zu beheben und ihre Managementsysteme zu stärken. Die Programme bieten auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Unterstützung und helfen Lieferanten, die nötigen Kompetenzen aufzubauen, um Probleme zu beheben, Verbesserungen langfristig zu sichern und Risiken in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt besser zu steuern. Behebt eine Einrichtung die bei einem Assessment, Audit oder der Untersuchung eines Vorwurfs festgestellten Probleme nicht gemäß unseren Anforderungen, kann dies eine Überprüfung und Sanktionen bis hin zur Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Lieferanten nach sich ziehen.

Verantwortungsvoller Ausstieg

Wird die Zusammenarbeit mit einer bestehenden Einrichtung aufgrund unzureichender Nachhaltigkeitsleistungen oder aus anderen Gründen beendet, leitet NIKE einen verantwortungsvollen Ausstiegsprozess ein. Dazu gehört eine Bewertung der Risiken, die der bevorstehende Ausstieg für NIKE, die Beschäftigten, die lokale Community und die Umwelt mit sich bringt.

Im Rahmen dieses Prozesses werden außerdem die Produktionsaufträge über einen festgelegten Zeitraum schrittweise reduziert, um Beeinträchtigungen für den Betrieb und die Beschäftigten so weit wie möglich zu minimieren. Ist ein Ausstieg mit höheren Risiken verbunden, werden eigens dafür Multi-Stakeholder-Arbeitsgruppen zusammengestellt. Sie entwickeln einen Plan und überwachen dessen Umsetzung, um die identifizierten Risiken möglichst gering zu halten.

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