Ein Jahrzehnt mit dem Superschuh – Wie Nike Geschwindigkeit neu definiert hat


- 9.10.2026
- Text:
2014 schätzte ein bekannter Sportwissenschafts-Journalist, dass vor 2075 kein Mensch einen Marathon in unter 2 Stunden laufen würde. Im nächsten Jahr sagten Forscher:innen, dass dieser Meilenstein wohl nicht vor Ende des Jahrhunderts erreicht werden würde.
Doch die Expert:innen wussten nichts von den Nike Wissenschaftler:innen in ihrem verborgenen Labor. Dieses Team arbeitete trotz allem an einem Projekt, das die Vorhersagen widerlegen sollte, den Zeitstrahl um Jahrzehnte verschieben und die Welt des Marathonlaufs von Grund auf verändern würde.
Mitte der 2010er-Jahre lag der Weltrekord für den Marathon bei 2:02:57. Um das gesetzte Ziel zu erreichen, müssten die besten Läufer:innen der Welt über 42,195 km hinweg eine unglaubliche Geschwindigkeit beibehalten, ohne dabei ihre Energiereserven aufzubrauchen. So eine Leistung galt noch immer als menschlich unmöglich.
Im Nike Sport Research Lab begannen Wissenschaftler:innen leise zu fragen: "Was, wenn alle falsch liegen?"

Die Idee, die im Nike Sport Research Lab ihren Ursprung hatte, sollte letztendlich zum Superschuh werden. 2017 wurde das Konzept zum Ausgangspunkt für das Event Breaking2, bei dem drei Profi-Langstreckenläufer sich an den Versuch wagten, zum ersten Mal einen Marathon in weniger als 2 Stunden zu laufen.
"In nur einem Versuch ganze 3 Minuten gutzumachen klang verrückt. Aber mit unserem Wissen konnten wir es vielleicht schaffen."
Stefan Guest, Nike VP, Creative Director
Die Grundlage für dieses Vorhaben war Forschung, die schon seit Jahren im Gange war. Im Nike Sport Research Lab hatten sich Wissenschaftler:innen schon lange mit Erschöpfung auseinandergesetzt und damit, wie sie sich in unterschiedlichen Sportarten und bei verschiedenen Athlet:innen zeigte, die Performance und das Verletzungsrisiko beeinflusste und wie Nike diese Auswirkungen vielleicht verringern könnte.
"Jeder ist irgendwann erschöpft. Jede Athletin und jeder Athlet, egal ob Profi oder Anfänger:in, ist irgendwann erschöpft", sagt Matthew Nurse, Nike Chief Science Officer und Vice President im Nike Sport Research Lab. "Wir hatten schon seit Jahren untersucht, wie Erschöpfung die Performance und das Verletzungsrisiko beeinflusst und wie wir diese Auswirkungen verringern könnten. Als wir uns den 2-Stunden-Marathon zum Ziel setzten, kannten wir die Basics dafür bereits."
Mit diesem konkreten Ziel konnte das Team mit seinen Berechnungen beginnen. Wie viel schneller mussten die besten Marathonläufer:innen der Welt werden? Und wie viel konnten ihre Schuhe zu dieser Verbesserung beisteuern?
Die Berechnungen ergaben, dass die Besten der Besten etwa 3 % schneller werden und ihre Laufeffizienz um mehr als 3 % steigern müssten. Ein enormer Unterschied. In diesem Sport wurden Rekorde normalerweise alle paar Jahre durch wenige Sekunden gebrochen. Nike wollte den Rekord in nur einem Lauf um 3 Minuten schlagen.
"In nur einem Versuch ganze 3 Minuten gutzumachen klang verrückt", erinnert sich Stefan Guest, VP, und Creative Director bei Global Football, der damals die Abteilung für innovatives Design für Laufschuhe leitete. "Aber mit unserem Wissen konnten wir es vielleicht schaffen."

Eliud Kipchoge und der verstorbene Sandy Bodecker an der Ziellinie von Breaking2. Sandy zeigt sein "1:59.59"-Tattoo.
Schließlich erreichte das Vorhaben auch den mittlerweile verstorbenen Sandy Bodecker, der damals Vice President of Special Projects bei Nike war und den Ruf hatte, Ideen nachzugehen, die andere für unmöglich hielten.
Mit Bodeckers Hilfe begann das Team mit der Suche nach einer Lösung, um diese rund 180 Sekunden gutzumachen.
Damals galt in der Marathon Welt: Je leichter ein Schuh, desto schneller ist er auch. Lange bedeutete das, Schuhe auf das Nötigste zu reduzieren. Sie niedriger, flacher, dünner zu machen. So viel Material wie möglich einzusparen und gleichzeitig gerade genug Dämpfung beizubehalten, um Läufer:innen über 42,195 km und etwa 28.000 Schritte zu tragen.
Nike hatte dieses Konzept bereits ziemlich ausgereizt. Irgendwann gab es nichts mehr, was man hätte reduzieren können.
"Wir hatten diesen Weg quasi ausgeschöpft", erinnert sich Guest. "Wir konnten ihn immer dünner und immer leichter machen, aber irgendwann wäre der Schuh dann auseinandergefallen."
Forscher:innen wussten bereits, dass andere Elemente wie Dämpfung und der Steifheitsgrad der Platte die Laufeffizienz verbessern konnten. Aber die Unterschiede waren sehr gering und nicht jede Änderung half allen Läufer:innen.
Um unter zwei Stunden zu bleiben, musste die Brand ihre Herangehensweise an Geschwindigkeit grundlegend verändern und etwas völlig Neues erschaffen.

Erste Prototypen und Skizzen zeigten einen von Grund auf anderen Ansatz für einen Marathonschuh.
"Letztendlich fanden wir den Schlüssel zum Erfolg in nur einem Material: qualitativ hochwertigerer Schaumstoff, mehr Energierückgabe, weniger Gewicht und um einiges strapazierfähiger, als wir erwartet hatten."
Chris Cook, Nike Footwear Developer
Der Durchbruch gelang etliche Kilometer entfernt bei einem weniger bekannten Materialhersteller im Vereinigten Königreich.
Damals wurden die meisten Schaumstoffe für Sportschuhe mithilfe eines chemischen Verfahrens hergestellt. Denis Schiller, mittlerweile Nike Senior Footwear Material Researcher, machte auf der Suche nach der passenden Innovation eine Entdeckung: Der britische Materialhersteller Zotefoams hatte kürzlich einen Prozess entwickelt, bei dem Stickstoff unter extremem Druck in den Schaumstoff gepresst wurde. Das daraus entstehende Material war viel leichter und bot deutlich mehr Energierückgabe.
"Letztendlich fanden wir den Schlüssel zum Erfolg in nur einem Material: qualitativ hochwertigerer Schaumstoff, mehr Energierückgabe, weniger Gewicht und um einiges strapazierfähiger, als wir erwartet hatten.", erzählt Nike Footwear Developer Chris Cook, der an den ersten Prototypen für dieses Projekt gearbeitet hat.
Diese Entdeckung wurde später zu der Technologie, die heute als "ZoomX" bekannt ist.

Der ZoomX-Schaumstoff, der beim Stickstoff-Injektionsprozess entstand – und in der Mittelsohle dieses Zoom Vaporfly Elite von 2017 mit Lelisa Desisas Unterschrift steckt – ist leicht, reaktionsfreudig und gibt viel Energie zurück.
Dieser leichtere Schaumstoff eröffnete völlig neue Möglichkeiten. Zum ersten Mal konnte Nike mehr Dämpfung ohne das zusätzliche Gewicht einbauen. Statt noch mehr Material einzusparen, bauten Designer:innen wieder mehr davon ein und verbesserten so die Energierückgabe.
Aber das Team jagte immer noch einem unvorstellbaren Ziel nach. Um den Marathonrekord um ganze 3 Minuten zu schlagen, musste die neue Technologie die Laufeffizienz dramatisch steigern, also den Energieaufwand für eine gleichmäßige Pace deutlich reduzieren.
Die Forscher:innen experimentierten damit, wieviel Schaumstoff sie in die Sohle einbauen konnten und wie er sich mit einem neuen wichtigen Element kombinieren ließ: einer gewölbten Carbonfaser-Platte. Anstatt die Platte steifer zu machen, entwickelte das Team eine gewölbte Form, die die biomechanische Belastung für die Läufer:innen minimieren sollte.
Die beiden Technologien wurden zu einem neuartigen System, das Dämpfung, Steifheit und Energierückgabe besser vereinte, als bisherige Wettkampflaufschuhe. In Kombination minimierten die gewölbte Platte und die Energierückgabe des leichten Schaumstoffs bei jedem Schritt den Energieaufwand für eine gleichmäßige Pace.

Der erste Prototyp des Vaporfly hieß "3 % test vehicle" – eine Anspielung auf das Ziel von Nike, die Läufer:innen mindestens 3 % schneller zu machen.
"Noch bevor wir die Daten analysiert hatten, wusste ich, dass etwas Großes im Gange war."
Emily Farina, Senior Principal Researcher im Nike Sport Research Lab
Als die Puzzleteile langsam zusammenkamen, kreierte das Team gemeinsam mit dem Nike Sport Research Lab eine Reihe von Prototypen, die zeigen sollten, ob die theoretischen Vorteile in der echten Welt tatsächlich bessere Ergebnisse liefern würden.
Emily Farina, mittlerweile Nike Senior Principal Researcher im Nike Sport Research Lab, war eine der Forscher:innen, die diese ersten Studien durchführten, in denen das Schuhdesign besonders auf Biomechanik basierte. Sie ließ Athlet:innen mit Sauerstoffmasken in kontrollierter Geschwindigkeit auf einem Laufband laufen und prüfte so ihren Sauerstoffverbrauch und die Energie, die die Athlet:innen benötigten, um ihre Pace aufrechtzuerhalten. Die promovierte Wissenschaftlerin erinnert sich daran, wie sie vor dem Bildschirm saß, als die Daten darauf erschienen.
"Ich starrte auf den Bildschirm und sah die Zahlen. Ich musste zweimal hingucken", erzählt sie. "Ich wollte schon die Maske überprüfen, weil ich dachte, sie funktioniert nicht richtig."
Die Verbesserung des Stoffwechseleinsatzes war so enorm, dass Farina sofort verstand, was für einen bedeutenden Moment sie gerade erlebte.
"Die Zahlen, die da in Echtzeit auf dem Bildschirm erschienen, waren anders als alles, was wir bisher gesehen hatten", sagt sie. "Noch bevor wir die Daten analysiert hatten, wusste ich, dass etwas Großes im Gange war."
Als sie die Ergebnisse berechnete, bestätigte sich Farinas Annahme. Die Laufeffizienz der Läufer:innen war mit den neuen Prototypen um 4 % besser als mit bisherigen Nike Wettkampflaufschuhen. Noch überraschender war, dass sich diese Verbesserung bei allen Läufer:innen abzeichnete.
Basierend auf diesen Zahlen verwandelten die Designer:innen den Prototypen in einen Wettkampflaufschuh. Daraus entstand letztendlich der Schuh, den die Welt heute als Nike Zoom Vaporfly 4% kennt.

Elliott Heath beim Launch des Vaporfly Next% im Jahr 2019. Er erinnert sich an die ersten Reaktionen von Athlet:innen auf den originalen Vaporfly: "Sowas hatten sie noch nie gesehen."
Als die Designer:innen mehr mit dem neuen Schaumstoff arbeiteten und der Vaporfly langsam Form annahm, kristallisierte sich ein weiterer, unerwarteter Vorteil heraus. Das neue Modell brachte neben der verbesserten Geschwindigkeit einen weiteren Pluspunkt mit sich, für den Wettkampflaufschuhe bisher nicht bekannt waren: Tragekomfort.
Jahrelang musste man für mehr Geschwindigkeit immer etwas einbüßen. Die leichtesten Wettkampflaufschuhe boten kaum Schutz gegen den Asphalt. Der Aufprall und die Belastung für die Füße waren einfach ein Teil vom Laufen.
"Damals dachte man, dass Geschwindigkeit und Tragekomfort nicht miteinander vereinbar wären", sagt Elliott Heath, Nike Running Lead beim Sport Innovation Studio. "Man dachte, man müsste die Strapazen für den Körper eben in Kauf nehmen, um schneller als alle anderen zu sein."
"Als ich 2017 mit dem Vaporfly an der Startlinie des Boston Marathon stand, war der Schuh noch recht neu und unbekannt. Es fühlte sich an, als hätte ich einen geheimen Vorteil."
Carrie Dimoff, Product Director, Footwear Innovation
Carrie Dimoff – ehemalige Teilnehmerin der US-Olympia-Ausscheidungen im Marathon, die Nike Innovation 2016 beitrat – kannte diesen Kompromiss nur zu gut. Jahrelang war sie in dünnen, leichten Flats gelaufen, die in diesem Sport damals verbreitet waren.
Aber durch die Arbeit bei Nike verstand sie die Vorteile des Vaporfly noch vor den meisten anderen. Als sie anfing, ihn beim Laufen zu tragen, war der Unterschied sofort deutlich.
"Als ich 2017 mit dem Vaporfly an der Startlinie des Boston Marathon stand, war der Schuh noch recht neu und unbekannt. Es fühlte sich an, als hätte ich einen geheimen Vorteil", erinnert sie sich.
Dimoff ist mittlerweile Product Director in der Abteilung Footwear Innovation und hat noch heute Mitleid mit den anderen Teilnehmer:innen in ihren dünnen, flachen Laufschuhen, die in diesem Sport so lange die Norm waren.
"Neben mir standen Läufer:innen in Schuhen mit Sohlen aus 10 mm dickem EVA-Schaumstoff – so dünn wie Slip-ons – und ich dachte nur: Ich kann nicht glauben, dass die sich auf so einer hügeligen Strecke mit diesen winzigen Schuhen abrackern und ich währenddessen diese ganze Dämpfung und den Vortrieb genießen kann."
Heath – ebenfalls Elite-Läufer und Teilnehmer der US-Olympia-Ausscheidungen – profitierte nicht nur am Wettkampftag von diesem zusätzlichen Schutz. Als professioneller Läufer hatte er schon einige Fußverletzungen und drei Operationen in vier Jahren hinter sich. In seiner Heilungsphase trug er den Vaporfly einfach im Alltag auf dem Nike Campus.
"Die Carbonfaser-Platte, der Rocker und das federnde Design nahmen meinem Fuß viel Arbeit ab und die zusätzliche Dämpfung schützte die verletzte Stelle", erzählt er. "Das gab mir die Hoffnung, dass ich in Zukunft wieder laufen gehen könnte."

Als sich die Athleten für Breaking2 an der Laufbahn in Monza aufstellten, waren sie bereit, die 2-Stunden-Marke mit einem System zu knacken, das Schuhe, Training, Ernährung, Hydration und Strategie für den Wettkampftag vereinte.
Der Vaporfly war da. Jetzt war es an der Zeit, ihn auf die Probe zu stellen.
Das Projekt hatte mit dem hochgesteckten Ziel begonnen, einen Marathon in unter 2 Stunden möglich zu machen. Jetzt, wo der Schuh bereits große Verbesserungen in Sachen Geschwindigkeit versprach, war Nike auf das Ergebnis des ambitionierten Experiments gespannt.

Der Nike Zoom Vaporfly Elite wurde extra für Breaking2 entwickelt und jeder der drei Spitzen-Marathonläufer trug eine Version, die speziell auf ihn zugeschnitten war.
Breaking2 wurde zum Höhepunkt dieses Vorhabens. Am 6. Mai 2017 gingen drei der weltbesten Marathonläufer noch vor Sonnenaufgang an die Startlinie einer Formel 1-Strecke in Monza, Italien. Ihr Ziel: die unüberwindbare Grenze zu durchbrechen.
Monatelang hatte Nike jedes kleinste Detail ausgefeilt – vom Vortrieb über die Aerodynamik bis hin zum Pacing und zur Strecke selbst. 30 Pacer:innen standen bereit, um sich abzuwechseln. Um 05:45 Uhr morgens begann der historische Versuch.
Zwei Stunden und 25 Sekunden später überquerte Eliud Kipchoge die Ziellinie. Er war einer Grenze nahe gekommen, von der Expert:innen nur wenige Jahre vorher gesagt hatten, es würde Jahrzehnte dauern, sie zu überwinden.
Die 2-Stunden-Marke blieb ungebrochen, aber durch Kipchoges Performance wurde sie plötzlich greifbar.
Nike arbeitete bereits an dem Schuh, der ihm dabei helfen sollte, die Hürde endgültig zu überwinden.

Carrie Dimoff, die hier mit Eliud Kipchoge zu sehen ist, hat bei der Entwicklung des Alphafly – der nächsten Generation des Superschuhs und dem Modell, das Kipchoge trug, als er Geschichte schrieb – mitgewirkt.
Im Hintergrund feilte Nike bereits an der nächsten Generation des Superschuhs, noch bevor Breaking2 überhaupt stattgefunden hatte. Als der Vaporfly kurz vor seinem öffentlichen Debüt stand, stellten sich Designer:innen und Forscher:innen die Frage, wie sie das neue System noch weiter pushen konnten.
Für Guest lag ein Teil der Antwort in einer Technologie, die Nike schon seit Jahrzehnten ausmachte: Air. Das Team untersuchte, wie es das Signature-Dämpfungselement mit dem ZoomX-Schaumstoff und der Carbonfaser-Platte kombinieren konnte und entwickelte schließlich ein System of Speed, bei dem zwei extrem reaktionsfreudige Air Zoom-Elemente unter dem Vorfußbereich platziert wurden.
Farina, die bei der Erforschung der Biomechanik des originalen Vaporfly mitgewirkt hatte, erinnert sich daran, wie der Alphafly Form annahm, noch bevor Läufer:innen das Potential seines Vorgängers vollends verstanden hatten.
"Als der Vaporfly herauskam, gab es die Idee für den Alphafly bereits", erzählt sie. "Wir dachten uns einfach: Wartet nur. Da kommt noch viel mehr."
Zwei Jahre nach Monza war Kipchoge bereit für einen neuen Versuch. Diesmal ging er mit einem Prototypen der nächsten Generation von Nike Wettkampflaufschuhen an den Start. Diese frühe Version wurde später zum Alphafly Air Zoom NEXT%.
An einer von Bäumen umringten Strecke in Wien, Österreich, tummelten sich tausende Zuschauer:innen, als Kipchoge einer wechselnden Gruppe von Pacer:innen hinterherlief. Über eine Strecke von 42,195 Kilometern erhielt er die schweißtreibende Pace aufrecht, die nötig war, um die 2-Stunden-Marke zu knacken. Pro Kilometer brauchte er etwa 2 Minuten und 50 Sekunden.
Als er die Ziellinie überquerte, zeigte die Uhr eine Zeit von 1:59:40. Er hatte die Performance der Zukunft über ein halbes Jahrhundert früher abgeliefert.

Zwei Jahre nach Breaking2 knackte Kipchoge die 2-Stunden-Marke in Wien mit einer Zeit von 1:59:40 in einem Prototypen, der später zum Nike Air Zoom Alphafly NEXT% wurde.
Abseits all der Aufregung um die Uhr in Wien gab es noch ein anderes, unscheinbareres Zeichen dafür, wie sehr sich die Welt des Marathons veränderte.
Heath, der damals eng mit Kipchoge zusammenarbeitete, erinnert sich an ein Gespräch am nächsten Morgen, in dem der Marathon-Champion erwähnte, dass er laufen gegangen war. Heath war überrascht. Nach keinem seiner letzten 10 Marathons war Kipchoge laufen gegangen.
"Er sagte, das war das erste Mal, dass er sich am Tag nach dem Marathon fit genug zum Laufen gefühlt hatte", erinnert sich Heath. "Und das nachdem er eine Zeit von 1:59:40 hingelegt hatte."

Mit dem Air Zoom Alphafly NEXT% wurde die Formel für den Superschuh noch weiter getrieben. Zusätzlich zum ZoomX und der Carbonfaser-Platte verbesserten auch die Air Zoom-Elemente die Energierückgabe des Schuhs.
"Es ist unsere Aufgabe, dieses Potential weiterhin auszubauen. Weiterhin Dinge auszuprobieren, an die sich sonst niemand ran traut und der Welt zu zeigen, was möglich ist."
Carrie Dimoff, Product Director, Footwear Innovation
In den nächsten sieben Jahren baute Nike das System of Speed weiter aus. Die Teams experimentierten an vielen Generationen des Vaporfly und des Alphafly mit der Kombination aus Schaumstoff, Air-Elementen und Carbonfaser-Platten. Der Prozess geht seitdem stetig weiter.
"Als wir verstanden haben, wie groß die Auswirkungen sein können, haben wir ein Modell entwickelt, das Eigenschaften von Schuhen mit den Ergebnissen von Athlet:innen in Verbindung bringt. So erforschen wir die Grenzen des Möglichen weiter und definieren sie immer wieder neu. Wir fragen uns ständig, was wir als nächstes erschaffen können", sagt Farina.

Der Nike Zoom Vaporfly Elite Flyprint war das erste Modell mit einem 3D-gedruckten Upper. Er wurde in Zusammenarbeit mit Eliud Kipchoge entwickelt, der den Schuh 2018 bei seinem Sieg beim London Marathon trug.
Sie sagt, dass diese Arbeit nur deshalb möglich ist, weil Nike die Insights der Wissenschaflter:innen im Lab direkt mit den Menschen zusammenbringen kann, die die Schuhe letztendlich kreieren. Und zwar alles an einem Ort: demLeBron James Innovation Center. Wenn die Forscher:innen in ihrem Team also herausfinden wollen, was eine anders geformte Platte oder eine bestimmte Veränderung in der Sohlenhöhe ausmacht, können sie einfach danach fragen, bekommen einen Prototyp und können den Zyklus innerhalb von Tagen wiederholen. Diese Prototypen können direkt von einigen der besten Athlet:innen der Welt getestet werden, sodass das Team ihr Feedback sammeln, von ihren Erfahrungen lernen und die Technologie weiterentwickeln kann.
Matthew Nurse, auf dessen Schreibtisch das unterschriebene Paar Vaporfly Elite steht, das Eliud Kipchoge 2017 bei Breaking2 getragen hat, beschreibt den Prozess als zielgerichtet. "Wir sind nicht zufällig über eine Lösung für die 2-Stunden-Marke oder unsere anderen Errungenschaften in Sachen Produktinnovation gestolpert", sagt er. "Unsere Forschung und die Arbeit mit unseren Athlet:innen hat uns geholfen, die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Schuhkomponenten und ihre Auswirkungen auf Performance, Komfort und Verletzungsrisiko besser zu verstehen. Dadurch sind wir heute Vorreiter in Sachen Innovation und Fortschritt in dieser Branche."
Dieses Konzept wurde zur grundlegenden Formel für die nächste Generation von Wettkampflaufschuhen.

Mit dem Alphafly 3 führte Nike das Streben nach maximaler Geschwindigkeit fort und Designer:innen arbeiteten stetig daran, den Laufschuh noch leichter und stabiler zu machen.
Zehn Jahre nachdem Nike die Formel für den Marathonschuh umgeschrieben hat, entdeckt die Brand immer wieder neue Wege, die Grenzen des Sports durch innovative Technologien neu zu definieren. Das aktuellste Modell, der Nike Apex, liefert bis zu 40 % mehr Energierückgabe als der Alphafly 3.
Für Dimoff ist dieses Streben nach Optimierung der rote Faden, der das ambitionierte Experiment von vor über 10 Jahren mit der Innovation der Zukunft verbindet.
"Es ist unsere Aufgabe, dieses Potential weiterhin auszubauen", sagt sie. "Weiterhin Dinge auszuprobieren, an die sich sonst niemand ran traut und der Welt zu zeigen, was möglich ist."
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Entdecke die Modelle und Technologien, die für den Sport und für Nike neue Meilensteine gesetzt haben.

Im Januar 2027 erscheint der Nike Apex als erster Wettkampflaufschuh mit doppelt gestapelten Air Zoom-Elementen, neuem ZoomX LT-Schaumstoff und einer überarbeiteten Carbonfaser-Flyplate. Mit etwa 10 % weniger Gewicht im Vergleich zum Alphafly 3 ist dieser Schuh der aktuelle Spitzenreiter in Sachen Wettkampf-Innovation für Marathonläufer:innen, die jede mögliche Sekunde herausholen wollen.



Designer:innen haben die einzelnen Elemente des Nike Alphafly 4 von Grund auf neu gedacht. Das Ergebnis: ein Schuh, mit dem man auch über lange Strecken alles geben kann. Der Schuh liefert 10 % mehr Energierückgabe als sein Vorgänger und ist 5 % leichter. Dieses verbesserte Modell ist außerdem mit einem neuen Atomknit-Obermaterial, ZoomX LT-Schaumstoff, neuen Air Zoom-Elementen, Carbonfaser-Flyplate und einer Fast Shot-Außensohle ausgestattet.



Der Nike Vaporfly 4 verbindet die Stabilität und Softness des Vaporfly 3 zu einer perfekten Balance zwischen Halt und Vortrieb. Dieser Vortrieb kommt von der überarbeiteten Wölbung der Nike Flyplate, die die Hebelwirkung von Fuß und Knöchel nutzt, sowie von der Energierückgabe durch den ZoomX-Schaumstoff. Für noch mehr Boost sorgt das federleichte Design des Schuhs, der ca. 10 Prozent leichter ist als der Vaporfly 3 und 20 Gramm leichter als der originale Vaporfly von 2017.



Erstmals sind beim Nike Alphafly 3 Ferse und Vorfuß mit einer durchgehenden Sohle verbunden. Das sorgt für ein sanfteres Abrollen unabhängig von Lauftempo und -technik. Duale Nike Air Zoom-Elemente im Vorfußbereich dämpfen den Aufprall auf der Straße, sodass Läufer:innen viel Energie zurückbekommen. Die breitere, durchgehende Carbonfaser-Flyplate gibt Vortrieb und ein stabiles Laufgefühl.



Das Herzstück des Nike ZoomX Vaporfly 3 war dasselbe wie beim Vaporfly 2: eine durchgehende Carbonfaser-Flyplate kombiniert mit einer ZoomX-Mittelsohle für das dynamische Laufgefühl, das Läufer:innen so lieben. Das reduzierte Mittelsohlendesign des Vaporfly 3 und die konvexe Form um den Vorfußbereich sorgen gemeinsam mit dem strapazierfähigsten Schaumstoff von Nike für ein bequemes und stabiles Laufgefühl bei jedem Abrollen. Der stilisierte Text auf der Mittelsohle spielt auf die vielen Flyknit-Upper an, die das Team ausprobiert hat (ganze 57). Der legendäre Swoosh auf weißem Untergrund ist eine Hommage an den ersten Vaporfly, der 2017 bei Breaking2 seinen großen Auftritt hatte.



Unter den Air Zoom Pods im Vorfußbereich des Nike Air Zoom Alphafly Next% 2 wurde Schaumstoff hinzugefügt, wodurch sich die Energierückgabe verbessert und ein geschmeidiges Abrollen von der Ferse bis zum Vorfuß ermöglicht wird. Die etwas breitere Ferse sorgt auch bei wechselndem Tempo für Stabilität und ein sanftes Abrollen. Das Obermaterial besteht aus Atomknit 2.0 und bietet optimalen Halt im Vorfußbereich, Atmungsaktivität an den Zehen und bequeme Polsterung unter den Schnürsenkeln.



Das Design des Nike ZoomX Vaporfly Next% 2 basierte auf der bewährten Kombination aus ZoomX-Mittelsohle und Carbonfaser-Flyplate für federnde Reaktionsfreudigkeit und besseres Erschöpfungsmanagement. Das überarbeitete Flyweave-Upper war noch atmungsaktiver und flexibler und die Passform wurde optimiert. Die Geometrie und die Zusammensetzung der Mittelsohle erinnerten stark an das beliebte Vorgängermodell.



Mit dem Nike ZoomX Vaporfly Next% kam auch Vaporweave erstmals auf den Markt: Ein Obermaterial, das leichter als Nike Flyknit und atmungsaktiv ist und vor allem viel weniger Nässe von Schweiß oder Regen aufsaugt, sodass es während des gesamten Marathons luftig und trocken bleibt. Im Vergleich zum Vaporfly 4% hatte dieses Modell 15 % mehr Nike ZoomX-Schaumstoff in der Mittelsohle und ein überarbeitetes Traktionsprofil, das Eliud Kipchoge sich nach einem sehr nassen Lauf in Berlin gewünscht hatte.



Der Zoom Vaporfly Elite war ursprünglich ein Konzept, das speziell auf Eliud Kipchoge, Lelisa Desisa und Zersenay Tadese für ihren Lauf bei Breaking2 2017 in Monza, Italien, zugeschnitten war. Der ZoomX-Schaumstoff und die Carbonfaser-Flyplate wurden für besseren Halt und mehr Stabilität mit einem leichten Nike Flyknit-Upper mit besserer Passform kombiniert.



Eine frühe Version des Superschuhs Nike Zoom Vaporfly 4%, der das Design von Marathonschuhen für immer veränderte. Bis zu diesem Punkt ging man davon aus, dass Marathonschuhe federleicht und möglichst bodennah sein mussten. Mit dem Vaporfly 4% stellte Nike diese Norm infrage und probierte ein neues System aus: mehrlagiger Schaumstoff mit hoher Energierückgabe und einer Carbonfaser-Platte für mehr Vortrieb. Bei Release stellten Forscher:innen fest, dass dieses Modell die Laufeffizienz des bisherigen schnellsten Marathonschuhs von Nike – dem Nike Zoom Streak 6 – um durchschnittlich 4 % übertrumpfte.

(Prototyp)

