Erhalt und Stärkung natürlicher Ökosysteme
Gesunde Wälder, intakte Süßwassersysteme und der Schutz der Artenvielfalt sind für den Erfolg von Nike, Inc. von grundlegender Bedeutung – und für die langfristige Resilienz der Communitys, die mit unserem Geschäftsbetrieb eng verbunden sind. Regionen weltweit sind zunehmend vom Klimawandel betroffen. Damit sind die Zuverlässigkeit unserer Lieferketten und die Resilienz von Unternehmen immer stärker davon abhängig, wie verantwortungsvoll wir mit natürlichen Ressourcen umgehen und wie gut es uns gelingt, Wasserknappheit, Artensterben und Abholzung entgegenzuwirken.
Die Umweltstrategie von Nike, Inc. richtet ihren Blick auf genau diese und weitere wichtige Bereiche, um die natürlichen Systeme zu stärken, auf die sich der Betrieb unseres Unternehmens auswirkt.
Im Mittelpunkt unseres Ansatzes stehen derzeit zwei Schwerpunkte: die nachhaltige Wassernutzung und die verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wälder.

Wasser gehört zu den wichtigsten gemeinsam genutzten Ressourcen unserer Wertschöpfungskette. Nike, Inc. analysiert bereits seit Jahren wasserbezogene Risiken entlang seiner Wertschöpfungskette, um Auswirkungen und Abhängigkeiten besser zu verstehen und Maßnahmen gezielt an den Stellen zu priorisieren, wo sie den größten ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen schaffen.
Unser Ansatz bei der nachhaltigen Wassernutzung stützt sich auf vorwettbewerbliche Zusammenarbeit und den intensiven Austausch mit branchenführenden Partnerunternehmen. Dazu gehören die Alliance for Water Stewardship (AWS) und die "Positive Water Impact"-Initiative der Water Resilience Coalition. An den Management-Frameworks dieser Partnerschaften orientieren wir unsere Maßnahmen zur Steigerung der Wassereffizienz, zur Verbesserung der Wasserqualität, zur Bewältigung physischer Wasserrisiken und um einen Beitrag in Bezug auf die Resilienz von Wassereinzugsgebieten zu leisten.
Wasserresilienz in der Herstellung
Wir arbeiten mit unseren Zulieferunternehmen zusammen, um den Süßwasserverbrauch zu senken und das Abwassermanagement in unseren Produktionsabläufen zu verbessern. Durch Prozessoptimierung und die Einführung von Technologien zur Wasseraufbereitung und -wiederverwendung optimieren wir kontinuierlich unsere Wassereffizienz. Gleichzeitig gelingt es uns, die Qualität unserer Produkte und unserer betrieblichen Leistung beizubehalten.
In den letzten zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Zulieferfirmen den Süßwasserverbrauch beim Einfärben und Veredeln von Textilien um mehr als 40 % senken können. Das ist ein Beleg dafür, dass sich langfristige Investitionen in die nachhaltige Wassernutzung auf unseren gesamten Fußabdruck in der Herstellung auswirken.
Im Geschäftsjahr 2025 konnten wir den Süßwasserverbrauch pro Kilogramm beim Färben und Veredeln von Stoffen im Vergleich zu unserem Basiswert aus dem Jahr 2020 um 19 % reduzieren. Unser Ziel lag bei 25 % – jedoch haben Veränderungen bei Produktionszahlen, Chargengrößen und Materialzusammensetzungen es uns erschwert, dieses ursprüngliche Ziel zu erreichen. Innerhalb dieses Zeitraums haben wir uns außerdem strategisch umorientiert und den Fokus stärker auf die Bereiche unserer Wertschöpfungskette gelegt, die höchstem Risiko ausgeliefert sind. Wir haben daher Regionen priorisiert, die am stärksten von Wasserstress betroffen sind und in denen unsere Lieferkette besonders anfällig ist. So können wir Ressourcen genau dort einsetzen, wo sie ihre größte ökologische und wirtschaftliche Wirkung entfalten.
Auch die Verbesserung der Wasserqualität ist weiterhin ein zentraler Schwerpunkt unserer Strategie. Durch das Engagement unserer Zulieferunternehmen, Verbesserungen im Abwassermanagement und eine Ausrichtung an führenden Branchenstandards gelingt es uns, verantwortungsvolles Abwassermanagement entlang unserer gesamten Lieferkette weiter voranzutreiben. Heute erfüllen 95 % unserer strategischen Zulieferfirmen die Anforderungen der "Zero Discharge of Hazardous Chemicals"-Abwasserrichtlinien (ZDHC).
Über unsere betriebliche Leistung hinaus ist uns bewusst, dass wasserbezogene Risiken die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferkette und die Kontinuität unserer Herstellung beeinträchtigen oder unterbrechen können. Hier spielen Dürre, Wasserknappheit, Überschwemmungen oder die Verschlechterung von Wassereinzugsgebieten eine Rolle. Wir haben physikalische Wasserrisiken an unseren wichtigsten Produktionsstandorten und in unseren zentralen Beschaffungsregionen untersucht und Pläne entwickelt, um die Risiken für die am stärksten gefährdeten Anlagen zu verringern.
* Dazu zählen Lieferunternehmen, die am Färben und/oder Veredeln von Materialien beteiligt sind, die unmittelbar im finalen Produktionsschritt für Schuhe und Bekleidung verwendet werden.
Resiliente Communitys und Ökosysteme
Viele Herausforderungen im Bezug auf Wasser gehen über einzelne Standorte hinaus. Hier kommt die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit auf Ebene der Wassereinzugsgebiete zum Tragen. Nike, Inc. verfolgt in diesem Kontext einen "Positive Water Impact"-Ansatz, der sich auf die Regionen mit dem höchsten Wasserstress und dem größten Risiko für unsere Lieferkette konzentriert. Durch Partnerschaften mit Organisationen wie Water.org, dem World Wildlife Fund (WWF) und The Nature Conservancy (TNC) können wir Projekte unterstützen, die die Gesundheit von Wassereinzugsgebieten fördern, die Verfügbarkeit von Wasser steigern und die Resilienz von Communitys stärken.
Im Geschäftsjahr 2025 hat Nike, Inc. zur Aufbereitung von ca. 9,2 Milliarden Litern Wasser durch aktive und bereits abgeschlossene Projekte in Australien, Brasilien, Indien und Pakistan beigetragen. Dabei handelt es sich um die Länder, aus denen wir die größten Mengen an Baumwolle beziehen. Zusätzlich haben wir ein Projekt zur Wasseraufbereitung in den USA finanziert, das im Geschäftsjahr 2025 schätzungsweise weitere 5,86 Milliarden Liter jährlich beisteuern sollte. Das Projekt wurde noch nicht begonnen, da die verwaltungstechnische Freigabe sich verzögert hat.
Weniger Mikrofaserverschmutzung in der Herstellung
Im Rahmen unserer umfassenderen Maßnahmen zur nachhaltigen Wassernutzung arbeiten wir mit Unternehmen aus der Branche zusammen, um die Verschmutzung durch Mikrofasern* entlang der Bekleidungs-Wertschöpfungskette zu bekämpfen. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise The Microfibre Consortium (TMC) und die Microfiber Action Alliance (MAA). Als eines der Gründungsmitglieder der MAA treiben wir die gemeinsame Forschung voran. Wir entwickeln standardisierte Testverfahren und beschleunigen das Entstehen von Lösungen zusammen mit Partnerorganisationen wie TNC. Die MAA arbeitet mit verschiedenen Marken und Zulieferunternehmen zusammen, um das wissenschaftliche Verständnis der Auswirkungen von Mikrofasern zu vertiefen und um die Entwicklung skalierbarer Lösungen zur Reduzierung der Mikrofaserverschmutzung zu fördern.
* Im Allgemeinen wird Mikroplastik als Kunststoffpartikel definiert, die in keiner Dimension größer als 5 mm sind. Mikrofasern sind definitionsgemäß kürzer als 15 mm und weisen ein Verhältnis von Länge zu Durchmesser von mehr als 3:1 auf. Zudem bestehen Mikrofasern nicht ausschließlich aus Kunststoff. Jede Faser innerhalb dieses Größenbereichs gilt als Mikrofaser. Dazu gehören auch Fasern natürlichen Ursprungs wie Baumwolle oder Wolle.

Abholzung und Landumwandlung zur Beschaffung von Rohstoffen sind zentrale Gefahren für Klima, Artenvielfalt und die langfristige Resilienz von Lieferketten. Primärmaterialien wie Leder, Kautschuk und Papier, die in unseren Produkten verwendet werden, können aus Regionen stammen, die einem hohen Druck durch Abholzung ausgesetzt sind. Solche Lieferketten sichtbarer zu machen und die Verantwortlichkeiten zu betonen, ist entscheidend, um Risiken zu reduzieren und natürliche Ökosysteme zu schützen.
Wir begegnen diesen Herausforderungen, indem wir die Möglichkeiten zur Rückverfolgung verbessern, robuste Risikobewertungen entwickeln und die Nachweispflicht darüber ausweiten, ob Rohstoffe ohne Abholzung und Landumwandlung beschafft wurden. Dazu werden Analysen von Geodaten und neu entstehende Vorschriften zur Identifizierung von Hochrisikogebieten eingesetzt. Auch die verstärkte Nutzung zertifizierter und recycelter Materialien, um die Abhängigkeit von risikobehafteten Beschaffungsquellen zu reduzieren, spielt hier eine wichtige Rolle. Außerdem arbeiten wir mit Partnerorganisationen aus der Branche und NGOs zusammen, um gemeinsam den Wandel voranzutreiben. Hierzu zählen das "Forests Forward"-Programm des WWF und die Initiative "Deforestation-Free Call to Action for Leather" der Textile Exchange, der Leather Working Group und des WWF.
Durch diese Maßnahmen arbeitet Nike, Inc. daran, wichtige Materialien verantwortungsvoller zu beschaffen, Initiativen zum Schutz von Wäldern in Schlüsselregionen zu fördern und den Schutz von Ökosystemen zu unterstützen. Gleichzeitig werden so auch Lieferketten resilienter.