Fortschritte bei zirkulären Lösungen
Wir bei NIKE, Inc. arbeiten daran, unsere Wertschöpfungskette zu einem zirkulären System umzugestalten und so Abfall zu reduzieren. Dazu überdenken wir unsere kompletten Abläufe für Produkte und Services – vom Design über die Produktion bis hin zur Lieferung an Athlet:innen*.
Was vor über 30 Jahren mit einer Grassroots-Initiative begann, um ausgediente Schuhe zu recyceln, hat sich zu einem zusammenhängenden System aus mehreren Programmen entwickelt, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Abfall reduzieren und Materialien sowie Produkte im Kreislauf halten. NIKE hat in Sachen Produktinnovation und -design sowie Herstellung und Logistik neue Maßstäbe gesetzt, um die Abhängigkeit von Rohstoffen zu senken und dabei weiterhin High-Performance-Produkte für Athlet:innen bieten zu können – dank Materialien, die ein zirkuläres System unterstützen.
* If you have a body, you are an athlete.

Abfallreduzierung ist ein wesentlicher Faktor, wenn es darum geht, unseren Verbrauch an den endlichen natürlichen Ressourcen des Planeten zu minimieren. NIKE baut Strategien zur Abfallreduzierung direkt in Bereiche wie Produktdesign, Verpackungen, Herstellung und Betrieb ein. Durch eine bessere Effizienz von Mustern, innovative Fertigungsmethoden und optimierte Prozesse werden Abfälle so von Beginn an verringert oder vermieden. In FY25 erreichten wir unser Ziel, den Abfall in den einzelnen Geschäftsbereichen – von der Herstellung über die Distributionszentren bis hin zu den Headquarters – um 10 % zu reduzieren.
Bei den generierten Abfällen maximieren wir den Anteil, der nicht auf Deponien entsorgt wird, und bemühen uns darum, die Materialien im Kreislauf zu halten. In FY25 wurde erreicht, dass 98 % der Abfälle nicht auf Deponien endeten. Außerdem wurden 76 % der Abfälle aus den Bereichen Herstellung, Verpackung, Distributionszentren und Headquarters recycelt. Bei der Tier-1-Produktion hat NIKE es geschafft, dass 100 % der Abfälle nicht mehr auf Deponien entsorgt wurden. Der Großteil dieser Abfälle wurde recycelt, der Rest zu Energie umgewandelt. In Zusammenarbeit mit Lieferanten bauen wir unsere Programme kontinuierlich aus, um Produktionsabfälle durch Recycling zu neuen Produkten zu verarbeiten.
Seit dem Start des Programms Nike Grind im Jahr 1992 wurden über die Initiative mehr als 70,3 Millionen Kilogramm Produktionsabfälle und ausgediente Schuhe zu innovativen Produkten recycelt, die auf der ganzen Welt verkauft wurden. Nike Grind wandelt Abfall in einen Wertstoff um, der beispielsweise in der Form von Produkten wie Bodenbelägen für Fitnessstudios, Ausrüstung für Krafttraining, Spielplätzen oder Basketballfeldern weiterlebt.
Die Umwandlung linearer Lieferketten zu einem zirkulären System fängt bei den ersten Phasen der Produktgestaltung an. NIKE überdenkt seine Materialien und weitere Designdetails. Auch Einblicke von Verbraucher:innen werden integriert, damit Produkte und Materialien länger halten.
Recycelte Materialien wie Polyester tragen dazu bei, den CO₂-Fußabdruck von Materialien zu senken. Dies ist ein entscheidender Faktor für das Erreichen unserer wissenschaftlich basierten Ziele in Bezug auf die Reduzierung von THG-Emissionen. Darüber hinaus beschleunigen wir Innovationen bei Materialien der nächsten Generation, die zirkuläre Lieferketten unterstützen und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen senken. NIKE arbeitet daran, den Materialkreislauf für Polyester in den globalen Lieferketten durch Partnerschaften mit kommerziellen T2T-Lieferanten (Textil-zu-Textil) und branchenweite Kooperationen zu schließen.
Beispielsweise ist Aero-FIT das erste Material für High-Performance-Bekleidung von NIKE, Inc., das vollständig aus Textilabfällen gefertigt ist. Dieser Durchbruch wurde durch fortschrittliche Recyclingmethoden ermöglicht, bei denen ein recyceltes Polyestergarn entsteht, das über ähnliche Qualität wie ein Rohmaterial verfügt. Innovationen wie Aero-FIT zeigen, dass Performance und Kreislaufwirtschaft sich nahtlos integrieren lassen.
Außerdem prüfen wir Designmöglichkeiten, durch die aus alten Produkten etwas Neues entstehen kann. Im Rahmen des Programms Re-Create entwickelt das Designteam aus nicht verkauften und Vintage-Produkten von NIKE, Inc. zusammen mit lokalen Designer:innen und Herstellern exklusive Kollektionen.

NIKE verfolgt das Ziel, die Lebensdauer von Produkten so lange wie möglich zu verlängern – auch nachdem Verbraucher:innen sie aussortiert haben. 1995 führte NIKE, Inc. das Programm Reuse-a-Shoe (RAS) in ausgewählten Stores in den USA ein, das Verbraucher:innen ermöglichte, ausgediente Schuhe dort zurückgeben. Mit RAS unterstützten wir Verbraucher:innen erstmals dabei, ihre nicht mehr benötigten Produkte verantwortungsvoll auszusortieren.
Heute bieten wir Vebraucher:innen überall auf der Welt verschiedenste zirkuläre Services an. Unser RAD-Programm (Recycle and Donate) – eine Weiterentwicklung von RAS – akzeptiert Schuh- und Bekleidungsspenden. Die gesammelten Produkte werden zunächst geprüft und dann je nach Qualität entweder gespendet oder für das Recycling freigegeben.
Das Programm Nike Refurbished verlängert die Lebensdauer von Nike Bekleidung und Schuhen, die leichte Gebrauchsspuren haben, wie neu aussehen oder kleine Produktionsfehler haben. Die zurückgegebenen Produkte werden geprüft, gesäubert und dann weiterverkauft. Bis heute wurden über Nike Refurbished zwei Millionen Produkte verkauft.
Damit Produkte länger halten, haben Reinigung und Reparatur ebenfalls eine hohe Priorität. Ein Sneaker-Reinigungsservice im Store wurde dieses Jahr in Europa und Mexiko getestet. Mit Tipps auf Nike.com und Reinigungssets, die in ausgewählten Stores verfügbar sind, unterstützen wir die Reinigung und Pflege zu Hause. Wir haben Partnerschaften aufgebaut, um Reparaturservices anbieten zu können, die wir in bestimmten Regionen bereits ausweiten. Derzeit wird die Möglichkeit geprüft, diese auch an weiteren Standorten zur Verfügung zu stellen.
In FY25 haben wir im Vergleich zu FY20 die 6,3-fache Menge an fertigen Produkten aufbereitet, recycelt oder gespendet. Auch wenn unser Ziel die 10-fache Menge war, zeigt dieses Ergebnis, dass die Zahl der nicht verkauften Produkte insgesamt reduziert wurde – unterstützt durch Verbesserungen bei der Produktentwicklung und eine effizientere Herstellung.
Wir bei NIKE sind stolz darauf, unseren RAD-Service auszuweiten. Wir wissen aber auch, dass von Marken geführte Rücknahmeprogramme allein die Herausforderung nicht lösen können, die durch die Abfälle im Bereich Schuhe und Bekleidung nach deren Nutzung entsteht. Ein breit angelegter, branchenweiter Ansatz ist notwendig, um die Sammlung, Sortierung und Verarbeitung ausgedienter Produkte in dem Umfang weiterzuentwickeln, der dem Ausmaß des Problems gerecht wird. Damit Materialien nicht auf Deponien landen, sondern im Kreislauf bleiben, sind intelligente Richtlinien, neue Infrastrukturen und gemeinsame Maßnahmen der Marken erforderlich.
Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Textilien umfasst beispielsweise mehrere Richtlinien, die Unternehmen wie NIKE, Inc. verpflichten, die finanzielle Verantwortung für das Management ihrer Produkte am Ende des Produktlebenszyklus zu übernehmen. Bei einer effektiven Umsetzung tragen diese Richtlinien zur Finanzierung der Infrastruktur bei, die für die Bewältigung ausgedienter Bekleidung und Schuhe notwendig ist. Wir bei NIKE unterstützen diese Entwicklungen und nehmen an entsprechenden Brancheninitiativen teil, die an skalierbaren Lösungen für Abfälle nach der Nutzung arbeiten.
