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Baseline-Tests im Nike Sports Research Lab

  • 23.12.2025

Was würde auf der Rückseite deiner Sport-Sammelkarte stehen? Genau darum geht es bei den Baseline-Tests im Nike Sports Research Lab: Sie geben Athlet:innen die Möglichkeit, ihr physisches Potenzial besser zu verstehen.

Was es bewirkt

Die Baseline-Tests von Nike bestehen aus fünf Beurteilungen und sind genauso grundlegend, wie es der Name schon sagt. Bei den Beurteilungen wird auf die Bereiche Biomechanik, Physiotherapie und Sportwissenschaft zurückgegriffen. Das Ganze kann in wenigen Minuten abgeschlossen werden: ein 3D-Körperscan, ein Fußscan, ein Barfuß-Drucktest, ein Test der Sprunggelenksbeweglichkeit und Countermovement-Jumps. In vielerlei Hinsicht ist Baseline das umfassendste Tool, das dem Nike Sport Research zur Verfügung steht. Alle professionellen Athlet:innen können sich unabhängig von ihrem Programm im Nike Sports Research Lab testen lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine exklusive Ressource für wenige Ausgewählte handelt. Baseline ist eine Testreihe im Nike Sports Research Lab, die auch allen Nike Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht.

Gemeinsam betrachtet bilden die Testergebnisse die Grundlage des sportlichen Leistungsprofils. Sie geben Aufschluss darüber, wie stark, beweglich, explosiv usw. eine Person ist. Diese athletischen Merkmale vermitteln den Nike Forschungs-, Wissenschafts- und Designteams ein genaueres Bild davon, wie sie noch bessere Produkte für Athlet:innen entwickeln können.

Baseline hilft dabei, ein grundlegendes Verständnis über den Körper der Sportler:innen zu erlangen, indem anatomische Struktur, Bewegungsabläufe von Fuß und Unterkörper und funktionelle Bewegungen miteinander verknüpft werden.

Die dreidimensionale Fußskala misst die Fußform während des normalen Stehens. Die ermittelte Größe kann ein Ausgangspunkt für die Passform von Schuhen oder anderen Produkten sein.

Das Barfußgehen hilft dabei, Bereiche mit hohem und niedrigem Druck auf der Fußsohle zu bewerten. Die Bereiche mit erhöhtem Druck können Auskunft über das Gangmuster der Sportler:innen geben.

Durch Tests der Beweglichkeit von Knöchel und Zehen in mehrere Richtungen lässt sich die Gelenkfunktion bestimmen.

Leistungssprünge können einen Hinweis auf die Stärke des unteren Körpers, die ausgeübte Kraft und Ungleichgewichte geben.

Daten von den Baseline-Tests beschreiben nicht nur den aktuellen Zustand der Athlet:innen. Sie können auch mehr über ihre Vergangenheit verraten, welchen Sport sie ausgeübt und welche Verletzungen sie erlitten haben.

Was es uns ermöglicht

Jackie Shea, Baseline Operator, Innovation, erklärt, dass Nike Forscher:innen die einzelnen Baseline-Tests bewusst ausgewählt haben, um einen praxisorientierten, diagnostischen Rahmen für den Umgang mit den Athlet:innen im Nike Sports Research Lab zu schaffen. Vor der Eröffnung des LeBron James Innovation Centers im Oktober 2021 beschränkte sich die Zusammenarbeit mit Athlet:innen im Lab weitgehend auf das Testen von Schuh- und Bekleidungsprototypen. Das ist auch in Ordnung so, meint Shea, eine ehemalige D1 Athletin, die Kinesiologie und Sportwissenschaften studiert hat. Bei diesem Vorgang werden die Athlet:innen jedoch wie Testsubjekte behandelt, die als zweitrangig zum getragenen Produkt gelten. "Wir wollten, dass Baseline die Athlet:innen im Lab in den Mittelpunkt stellt, unabhängig vom Produkt", sagt sie. 

Durch die Ergebnisse des Baseline-Tests können Athlet:innen die Nuancen ihres sportlichen Profils sehen. Bist du eher der Typ für langsamere Ausdauer oder explosivere Power? Die Ergebnisse deines Vertikalsprungs lassen vielleicht schon eine Tendenz erkennen. Weist deine Anatomie im 3D-Körperscan auf Ungleichheiten in deinen Körperproportionen hin? Diese Ergebnisse sind für Athlet:innen an sich schon wertvoll. Man muss kein Produkt testen, um ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln.   

Baseline ist ein Tool und ein individueller Service. Die Tests geben Athlet:innen einen umfangreicheren Snapshot ihrer körperlichen Stärken und zeigen potenzielle Verbesserungsmöglichkeiten.

Nachdem Shea bereits mehr als 4.000 Athlet:innen durch die Baseline-Tests begleitet hat, erkennt sie inzwischen sportartenspezifische Trends in den körperlichen Profilen. Gleichzeitig kann sie mit anderen Nike Tools gezielt Lösungsansätze vorschlagen. Bei Läufer:innen ist beispielsweise die hintere Muskulatur häufiger schwach ausgeprägt, also im Rücken, Gesäß und den Oberschenkelrückseiten. Sie profitieren am meisten von regelmäßigem Krafttraining. In der Nike Training Club App gibt es dafür hunderte Workouts. Sportler:innen, die Sportarten mit vielen seitlichen Bewegungen betreiben, wie etwa Basketball, weisen eher eine limitierte Mobilität auf. Eine Nike Yoga-Session in einem nahegelegenen Store könnte genau das Richtige sein, um wieder Balance herzustellen.

Ein wichtiger Teil von Sheas Job ist es, bei der Besprechung der Testergebnisse eine Vielzahl von Irrtümern aus dem Weg zu räumen. Ein:e Athlet:in könnte sich zum Beispiel über Knieschmerzen beschweren. Doch beim Test der Sprunggelenksbeweglichkeit wird bei schmerzverzerrtem Gesicht schnell klar, dass das Sprunggelenk unglaublich starr ist. Beim Gangbild erkennt man mittels Nike Sports Research Lab Form – der neusten Ergänzung in der Testreihe – eindeutig eine zu große Schrittlänge. Bei jedem Schritt wird der Großteil der Kraft über die Knie oder den Rücken abgeleitet, anstatt gleichmäßig auf den ganzen Körper verteilt zu werden. Es ist nicht das Laufen an sich, was für Knieschmerzen sorgt, sondern, die Art des Laufens. Die Ergebnisse der Baseline-Tests helfen den Athlet:innen, gezielt an ihren Problembereichen zu arbeiten. 

"Wir wollten, dass Baseline die Athlet:innen im Lab in den Mittelpunkt stellt, unabhängig vom Produkt."

Jackie Shea, Baseline Operator, Innovation

Baseline spielt durchaus eine Rolle dabei, dass Nike Forscher:innen die Produkte effizient testen und auf echte Lösungen ausrichten. So werden Baseline-Ergebnisse beispielsweise von Nike Sports Research Lab Wissenschaftler:innen genutzt, um Proband:innen für neue Studien zu gewinnen. Ein:e Athlet:in mit starken Ergebnissen in der explosiven Vertikalsprungkraft wäre beispielsweise ideal für eine zukünftige Basketballstudie, bei der neue Silhouetten anhand von Sprüngen getestet werden. Ein:e Langstreckenläufer:in eignet sich hingegeben vielleicht besser für einen gleichmäßigen Laufbandlauf in den Klimakammern. Dies wiederum würde den Wissenschaftler:innen helfen, die neuesten schweißableitenden Innovationen wie Aero-FIT zu entwickeln. Die Forschungsarbeit des Labors wird immer präziser, je mehr Athlet:innen die Baseline-Tests durchführen. Das Gleiche gilt auch für die Produktentwicklung. 

Dieser Prozess ist fortlaufend. Eine Baseline-Untersuchung ist nie das Ende der Geschichte. Sie ist der Ausgangspunkt für einen Dialog. 

"Baseline schafft keine passiven, sondern aktive Beziehungen zu den Athlet:innen", sagt Shea. "Die Athlet:innen und Testergebnisse ermöglichen einen ständigen Austauschprozess. Was ich an meiner Arbeit besonders mag, ist es, weiter nachzufragen. Bei dir ist ein Ungleichgewicht zwischen der Kraft in deinem linken und rechten Fuß zu sehen. Hattest du früher mal eine Verletzung am Bein? Erzähl mir mehr darüber. Alle Athlet:innen haben mehr zu erzählen, als man zunächst denkt."

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