• Highlights

Wie die schnellsten Läufer:innen der Welt den Nike Apex prägen – und alle Nike Wettkampfschuhe, die folgen

Nike athlete Jacob Kiplimo holding a white Nike prototype shoe.Nike athlete Jacob Kiplimo holding a white Nike prototype shoe.
  • 4.10.2026
  • Text:
  • Bilder:

Über dem Great Rift Valley, dem großen afrikanischen Grabenbruch, geht langsam die Sonne auf, während sich die Läufer:innen versammeln.

In Eldoret, Kenia, auf den Straßen und Trails, die schon Generationen von Weltklasse-Läufer:innen über Lehm, Gras, Fels und Asphalt getragen haben, macht sich eine Gruppe von neun Athlet:innen für eine frühmorgendliche Session an der Lornah Kiplagat Sports Academy bereit. Als die ersten Sonnenstrahlen die Laufbahn erreichen, sind alle schon an der Arbeit.

Direkt neben der Bahn hat sich ein Team von Nike Running-Expert:innen versammelt, das die Läufer:innen – darunter einige der weltbesten – genau beobachtet. Mit dabei: Jacob Kiplimo, Weltrekordhalter im Halbmarathon, und Brigid Kosgei, die auf eine Olympia-Medaille und einen Weltrekord im Marathon zurückblicken kann.

In diesen letzten Tagen im Juli werden diese beiden Athlet:innen – gemeinsam mit Eliud Kipchoge, dem ersten Mann, der die Marathondistanz unter zwei Stunden lief, undFaith Kipyegon, der schnellsten Meilenläuferin der Welt – in Schuhen laufen, die der Rest der Welt noch nicht gesehen hat. Sie werden Prototypen testen, sie mit früheren Versionen vergleichen und ihr Feedback mit Spezialist:innen aus Produktentwicklung, Sportmarketing und Performance teilen. Und diese Teams von Nike sind Tausende von Kilometern angereist, nur um zu hören, was diese eigentlichen Expert:innen in Sachen Laufen zu sagen haben.

Weltrekordläuferin Brigid Kosgei und ihr Team von Pacer:innen testen die neueste Prototypen von Nike in einem Trainingszentrum in Kenia.

Wenn die Athlet:innen die neuesten Prototypen auf Herz und Nieren prüfen, nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Sie sagen, was sich gut anfühlt – und was nicht: wo das Material an der Haut reibt, in welchen Bereichen sie hin und her rutschen oder ob der Schuh zu weich oder zu schwer ist. Sie schlagen außerdem direkt vor, was sie ändern würden.

Auf diese Weise ganz offen Kritik zu äußern, ist über Jahre zusammen mit einem großen Gefühl des Vertrauens gewachsen. Diese Spitzensportler:innen wissen, dass das Team von Nike nicht angereist ist, um sich Komplimente machen zu lassen. Stattdessen braucht das Team ehrliches Feedback. Und zwar die Art von Feedback, die der Marke seit Jahrzehnten dabei hilft, Wettkampfschuhe immer wieder neu zu erfinden. Alle wissen: Was sie heute sagen, wird beeinflussen, welche Prototypen sie beim nächsten Mal testen und die Schuhe verbessern.

Die ehrliche Meinung der schnellsten Läufer:innen der Welt? Für Nike, seine Wettkampfschuhe und das Streben nach Geschwindigkeit einfach unverzichtbar.

Die ehrliche Meinung der schnellsten Läufer:innen der Welt? Für Nike, seine Wettkampfschuhe und das Streben nach Geschwindigkeit einfach unverzichtbar.
Chicago rückt näher

Für Kiplimo und Kosgei steht der nächste große Moment schon bald bevor. Beide bereiten sich auf den großen Race Day in Chicago vor und werden den neuesten Prototyp eines Spitzenschuhs von Nike im Gepäck haben.

"Das sind unsere Top-Athlet:innen im Marathon", sagt Chris Cook, Nike Development Director for Race and Track & Field. "Jacob ist unser schnellster Marathonläufer. Brigid eine ehemalige Weltrekordhalterin. Da möchten wir selbstverständlich, dass sie alles haben, was sie brauchen, um Bestleistung abrufen zu können, wenn es darauf ankommt", ergänzt Cook.

Bei Kiplimos erstem Fitting nimmt das Team auch Schuhe dazu, in denen er bereits Wettkämpfe bestritten hat. Dazu gehört auch das Paar, das er Anfang des Jahres in London trug. So eine Referenz ist eine gute Ausgangsbasis. Kiplimos Feedback war hier bereits, dass sein Fuß in Kurven manchmal im Schuh verrutscht. Nun ging es also für die Designer:innen von Nike darum, den Halt zu verbessern und den Schuh außerdem leichter zu machen, ohne dabei an Sprungkraft oder Dämpfung einzubüßen.

"Dieser Schuh war unser Ausgangspunkt", sagt Elliott Heath, Nike Running Lead for Sport Innovation Studio. "Durch ihn wussten wir, was gut und was nicht funktioniert hat. Und das Ziel war, es jetzt noch besser zu machen," stellt Heath klar.

"Performance-Produkte zu entwickeln, ist immer eine Balance aus dem wertvollen Feedback der Athlet:innen und unseren Tests im Lab", sagt Elliott Heath, Nike Running Lead for Sport Innovation Studio, hier zu sehen mit Geoffrey Kamworor.

Wenn es dann soweit ist, dass Kiplimo die neuen Prototypen anprobiert, hat das Team sein Feedback schon in mehreren Ansätzen umgesetzt. Der Schuh, der die 42 km in London abgerissen hat, wird jetzt zum Ausgangspunkt für mehrere neue Prototypen. Kiplimo muss nun die Auswahl auf das Paar eingrenzen, in dem er in Chicago antreten könnte.

Er "arbeitet" sich durch mehrere Schuhe. Einer davon kommt mit einem experimentellen Dämpfungssystem. Das kommt bei ihm gut an, aber leider ist seine Fußsohle nicht allzu sehr davon begeistert. Ein paar andere Prototypen wählt er auch aus und das Team von Nike wird sie am nächsten Morgen für den Trainingslauf an den Start bringen.

Auch Kosgei probiert sich durch ihre Versionen derselben Prototypen, und nimmt sie genau unter die Lupe. Sie vergleicht Gewicht, Passform und Konstruktion, denn sie ist auf der Suche nach etwas Leichterem, ohne dabei auf Stabilität und Grip verzichten zu wollen. Diese Features sind für sie auf nassen Straßen unfassbar wichtig. Da alle Prototypen vielversprechend wirken, entscheidet sie sich, alle vier zu testen.

Ausnahme-Marathonläufer Eliud Kipchoge begutachtet den Nike Apex – einen Wettkampfschuh, der bis zu 40 Prozent mehr Energierückgabe liefert als der Alphafly 3.

Anders als bei herkömmlichen Wettkampfschuhen ist die Sprengung beim Apex gleich null. Und durch die Sohlenhöhe von 40 mm an Ferse und Vorfuß entsteht ein ausgewogenes Laufgefühl mit gutem Support.

Die sichtbare, doppelte Dämpfung der Air-Zoom-Plattform im Nike Apex ist darauf ausgelegt, Energie zu komprimieren, sie zu halten und dann wieder abzugeben. Dadurch entsteht ein einzigartig dynamisches Laufgefühl.

Auch vor der Außensohle des Nike Apex machen Neuerungen nicht halt: Die GOATEK- und Fast Shot-Technologien sind strategisch so platziert, dass sie ganz gezielt für Traktion und Strapazierfähigkeit sorgen.

Am nächsten Morgen machen sich Kiplimo und Kosgei auf den Weg zur Bahn, denn jetzt sind die Prototypen dran. Kiplimo wechselt über eine Reihe von 1.000-Meter- und 400-Meter-Intervallen zwischen mehreren Paaren, während Kosgei alle vier Optionen über zwölf 1.000-Meter-Intervalle hinweg durchläuft. Bei weiteren Trainingsläufen in der Nähe macht der Rest der Gruppe dasselbe. Zwischen den Läufen werden Schuhe und Eindrücke mit dem Team von Nike ausgetauscht.

Später, bei einem Einzel-Fitting mit Kipchoge, probiert der Marathon-Champion einen Prototyp, den er zu breit findet, und schlägt vor, etwas Material zu entfernen. Ein Teammitglied von Nike greift direkt nach einem anderen Modell. 

Mit diesem Vorschlag hatte das Team bereits gerechnet.

Mit diesem Programm – Schuhe anprobieren, laufen, Feedback geben – geht es die ganze Woche über weiter. Mit jedem Lauf gewinnen die Produkt-Spezialist:innen von Nike ein klareres Bild davon, was ihre Ideen in der Praxis leisten.

Team und Athlet:innen ist es gelungen, ganz offen miteinander sprechen zu können. Während des gesamten Prozesses äußern die Spitzensportler:innen ihre ehrliche Meinung. Und genau darauf kommt es an.

Willkommene Abstriche beim Gewicht

Die Prototypen sind bei der Ankunft in Kenia bereits genau auf ihre jeweiligen Träger:innen abgestimmt. Und um an diesen Punkt zu kommen, beginnt die Arbeit schon lange bevor überhaupt jemand die Bahn oder Straße betritt.

Eric Grimberg, Nike Principal Footwear Developer mit Sitz in Korea, war im Frühjahr mit Kiplimo in London. Dort lernte auch er unmittelbar, was am Schuh funktionierte und wo noch Luft nach oben war. Er erinnert sich an die Gespräche, die die weitere Arbeit vorangetrieben haben. 

"Das Feedback war zu einigen Punkten durchaus positiv. Aber es gab auch noch Verbesserungspotenzial", erinnert sich Grimberg. "Wir haben sofort angefangen zu überlegen, wie wir den Schuh leichter machen können."

"Gewicht einsparen stand jetzt also auf der Tagesordnung, aber ohne dabei die Energierückgabe zu reduzieren, die den Schuh ja so gut machte", ergänzt Cook.

"Performance-Produkte zu entwickeln, ist immer eine Balance aus dem wertvollen Feedback der Athlet:innen und unseren Tests im Lab. Im Idealfall passt beides überein: Bestätigen Athlet:innen etwas, machen wir in die Richtung weiter. Sehen sie es anders, dann versuchen wir zu verstehen, warum."

– Elliott Heath, Nike Running Lead for Sport Innovation Studio

Jacob Kiplimo beim Testen eines Wettkampf-Prototyps auf der Straße.

Um das hinzubekommen, müssten sie nahezu jeden Bestandteil des Schuhs überarbeiten. 

Die Außensohle wurde dünner, die Dichte des Schaumstoffs verringert und die Stärke der Folie rund um die Air-Elemente reduziert. Für das Obermaterial griff das Team auf ultraleichte Garne zurück, die ursprünglich für die Spikes entwickelt wurden, die Kipyegon beim Breaking4-Event trug. Das war ihr Versuch, die erste Frau zu werden, die eine Meile unter 4 Minuten läuft. 

Insgesamt konnten durch die Änderungen am Prototyp fast ein Drittel seines Gewichts eingespart werden: Statt rund 176 Gramm wog er jetzt noch ca. 120 Gramm.

Einige dieser Updates hatten jedoch unerwarteten Nebenwirkungen … Der weniger dichte Schaumstoff sparte nicht nur Gewicht ein, sondern machte den Schuh auch weicher.

"Da waren wir anfangs schon etwas nervös," gesteht Cook. 

Aber die Läufer:innen waren direkt davon begeistert.

"Basierend auf dem Feedback, das wir bekommen hatten, kam diese kleine Begleiterscheinung, dass der Schuh jetzt auch weicher war, tatsächlich richtig gut an", erinnert sich Cook.

Faith Kipyegon, die schnellste Meilenläuferin der Welt, sagt dem Team von Nike offen ihre Meinung zum neuen Nike Apex.

Es gilt, die Athlet:innen wirklich zu kennen

Das Zusammenspiel zwischen dem, was das Team von Nike messen kann, und dem, was die Athlet:innen tatsächlich während des Laufens spüren, steht im Zentrum des Prozesses. Messwerte aus unserem Lab sind eine Sache, aber das Tragegefühl, das ist es, worauf es wirklich ankommt.

"Performance-Produkte zu entwickeln, ist immer eine Balance aus dem wertvollen Feedback der Athlet:innen und unseren Tests im Lab", erklärt Heath. "Im Idealfall passt beides überein: Bestätigen Athlet:innen etwas, machen wir in die Richtung weiter. Sehen sie es anders, dann versuchen wir zu verstehen, warum."

Je länger die Produkt-Spezialist:innen von Nike mit Athlet:innen zusammenarbeiten, sagt Cook, desto konkreter wird in der Regel unser Austausch. Während das Team lernt, was die Sportler:innen brauchen, lernen auch die Athlet:innen, was sie genau möchten und wie sie ihre Ansprüche für andere in Worte fassen.

"Wenn wir uns zum ersten Mal mit einer Athletin oder einem Athleten treffen, kann das Gespräch schon recht kurz ausfallen. Da heißt es dann oft nur: 'Ja, passt. Grün ist schön. Ist eine gute Farbe,'" fasst Cook zusammen. "Aber wenn wir dann gemeinsam schon an mehreren Schuhen gearbeitet haben, können beide Seiten, mit den Fragen und Ideen der jeweils anderen, viel mehr anfangen."

Die Ergebnisse unzähliger Stunden des Zuhörens und Weiterentwickelns werden schon bald bei Wettkämpfen auf der ganzen Welt an den Start gehen.

Das Team von Nike hat außerdem gelernt, wie jede einzelne Athletin und jeder einzelne Athlet beschreibt, wie sich etwas anfühlt, welche Fragen sie stellen müssen und worauf es jeder und jedem von ihnen am meisten ankommt. Mit der Zeit lassen sich Erkenntnisse von der Person oder dem Schuh, wo sie ursprünglich zur Sprache kamen, auch auf andere übertragen.

Kiplimos eigene Laufhistorie ist ein Beleg für diesen Prozess. Der Schuh zum Beispiel, in dem er den Halbmarathon-Weltrekord brach, stand Pate für den neuen Alphafly 4 – ein absoluter Wettkampfschuh, der all die vorhergegangenen Erkenntnisse in sich vereint, aber für deutlich mehr Läufer:innen erhältlich sein wird.

"Was für ihn jetzt in der Vergangenheit liegt, wird für andere die Zukunft sein“, beschreibt Heath.

Das Gleiche gilt für die neuesten High-Performance-Prototypen von Nike, die diesen Sommer auf dem roten kenianischen Boden getestet werden. All die Expertise, die aus unzähligen Stunden des Zuhörens und Weiterentwickelns gewachsen ist, wird schon bald in Form eines neuen Prototyps auf Strecken weltweit getestet werden. Zunächst von globalen Spitzenathlet:innen, bald darauf von allen Läufer:innen da draußen, die herausfinden möchten, wie schnell sie wirklich sein können.

  • Nike Running
  • Zeitschrift
  • Mission
  • Unternehmen
  • Newsroom
      • © 2026 NIKE, Inc. Alle Rechte vorbehalten